Audiosoft liefert mit dem Tracking Master eine Software, mit Hilfe derer kommerzielle Anbieter von urheberrechtlich geschützten Inhalten die Online-Nutzung von Musik auf ihren Websites überprüfen können. Somit fungiert das Unternehmen quasi als Informationsbeschaffer, der weltweit Urheberrechts- und Marketingdaten für die Musikindustrie liefert.
Plattenfirmen, Verwertungsgesellschaften oder Lizenznehmer sollen so jederzeit nachprüfen können, wie oft ein Titel auf einer bestimmten Website abgerufen wurde. Derzeit deckt das Audiosoft-System das Reporting von Live-Streaming-Angeboten ab; demnächst soll die Überprüfung von On-Demand-Streams und Downloads folgen. Mit zwei der größten US-Verwertungsgesellschaften, ASCAP und SESAC, konnte Audiosoft in den letzten Wochen Kooperationsverträge abschließen, die den Mitgliedern der Gesellschaften Informationen über die Online-Nutzung ihrer Inhalte ermöglicht.
Nach Angaben von Audiosoft stellte die ASCAP bei einem Test des Tracking Master eine „100-prozentige Genauigkeit“ fest. Nun will Audiosoft vergleichbare Abkommen auch mit europäischen Rechte-Societies abschließen. Zu diesem Zweck gründete man neben der Europazentrale in Genf vor kurzem auch eine Niederlassung in Deutschland, die Dr. Thomas Sertl leitet. „Ein Angebot von uns liegt der GEMA bereits vor“, erklärt Sertl. „Wir verhandeln über die Anerkennung unseres Systems als autorisiertes Meldesystem für Webcaster.“
Außerdem stehe man in Verhandlungen mit der AKM/Austro Mechana, der Suisa sowie dem International Music Joint Venture (IMJV), einem gemeinsamen Projekt von ASCAP, Buma-Stemra (Niederlande), MCPS und PRS (Großbritannien). Weltweit beschäftigt Audiosoft mit Hauptsitz in San Francisco 50 Mitarbeiter und in den nächsten Wochen soll auch die Filiale in Unterföhring personell aufgestockt werden. Das 1996 gegründete Unternehmen will Mitte 2001 erstmals schwarze Zahlen schreiben.





