US-Senator sieht Napster-Urteil als Pyrrhussieg

Senator Orrin G. Hatch, Mitglied des Rechtsauschusses des US-Senats, will das Napster-Urteil zum Gegenstand einer Anhörung machen.

Senator Orrin G. Hatch, Mitglied des Rechtsauschusses des US-Senats, will das zum Gegenstand einer Anhörung machen. Er fürchtet, dass nach der Schließung des Dienstes viele Nutzer nach Alternativen suchen könnten, Musik über das Internet zu tauschen. Und dezentrale Systeme wie Gnutella seien noch schwerer zu kontrollieren. Nach seiner Einschätzung haben die Musikkonzerne einen Pyrrhussieg errungen. Der Senator sieht die Plattenfirmen in der Pflicht, bald eine Lösung für die digitale Distribution zu finden. Hatch mahnt im Interesse der Allgemeinheit einen Ausgleich zwischen den Interessen der Rechteinhaber und denen der Konsumenten an. Napster-CEO Hank Barry stimmte diesem Standpunkt in einem Kommentar zu und bezeichnete die strategische Allianz zwischen Bertelsmann und Napster als Modell für eine übergreifende Lösung. Auch die Recording Industry Association of America (RIAA) will sich an einer Lösung beteiligen: Zunächst sollen die Anwälte der Plattenfirmen dafür sorgen, dass urheberrechtlich geschützte Werke von Napster identifiziert und somit vom Tausch über das Internet ausgeschlossen werden können.