Diese Entwicklung hat Universal dazu bewogen, unter dem Motto „Mitten ins Schwarze“ wieder ins Vinyl-Geschäft einzusteigen. „Der Markt ist wieder so weit angewachsen, dass es sich lohnt, das Thema neu aufleben zu lassen“, sagt Gunther Buskies, zuständiger Produktmanager bei Universal-Polymedia. „Die entsprechenden Initialkosten können jetzt wieder eingespielt werden.“ Die sind nicht gerade gering, da Buskies großen Wert auf Qualität legt. „Wir holen die originalen analogen Masterbänder aus den Staaten, bauen das Original-Artwork nach.“
Zwei Zielgruppen hat Buskies im Blick: Zum einen ein jüngeres Publikum, das sich für Bands wie Nirvana („MTV Unplugged In New York“; „In Utero“; „Nevermind“), Monster Magnet („Powertrip“), Soundgarden („Superunknown“), Sonic Youth („Goo“; „Dirty“), Limp Bizkit („Significant Other“) oder Marily Manson („Mechanical Animals“) interessiert. „Die jungen Kids sind vor allem durch HipHop wieder auf Vinyl gestoßen“, hat er beobachtet.
Zum anderen zielt er auf die älteren, meist audiophilen Musikliebhaber, die lieber The Mamas & The Papas („If You Can Believe Your Eyes And Ears“), Lynyrd Skynyrd („Second Helping“), Police („Synchronicity“), Sting („Mercury Falling“) oder Guns N’Roses („Appetite For Destruction“) auflegen. Umfragen bei Vinyl-Händlern, aber auch Vinyl-Freaks hätten ihm bei der Zusammenstellung des ersten Veröffentlichungspakets geholfen, erzählt Buskies und weist darauf hin, dass die älteren Teile auf 180-Grammy-Vinyl gepresst werden, während das Programm für die Alternative-Kids auf 120 Gramm kommt.
Mit einer Auflage von jeweils 1.500 Exemplaren startet Universal sein Programm. Buskies ist zuversichtlich, sein Angebot nicht nur dank des hohen Qualitätsanspruchs durchsetzen zu können, sondern auch über die Preisschiene, da die Konkurrenz „durch den teuren Wechselkurs des Pfunds sehr hohe Abgabepreise hat“.





