“Mit dem Weihnachtsgeschäft 2000 bin ich sehr zufrieden“, erklärte Peter Gores, Geschäftsführer ELPI Wesel: „Wir konnten zwar lediglich das Ergebnis von 1999 halten, da dieses sehr gut war, kann ich aber mit diesem Resultat leben. Berücksichtigen muss man bei dieser Bewertung unsere ganz besondere Situation, da wir seit Februar 2000 nicht mehr als Filiale arbeiten, sondern selbstständig sind. Diese Veränderung hat im logistischen Bereich Nachteile erzeugt, dafür konnten wir an anderer Stelle die Betriebskosten deutlich senken.“ Zu den Top-Titeln bei Gores zählten neben den Beatles und der aktuellen DVD von Herbert Grönemeyer CDs von Limp Bizkit und Westernhagen. „Eine Prognose für das neue Jahr abzugeben, traue ich mich fast nicht. Die Erträge werden weiter zurückgehen, zum Beispiel durch steigende Einkaufspreise.“ Er wünscht, „dass die Gesetzgeber Wege finden, auch in unserer Branche das Anbieten der Produkte unter EK zu unterbinden, siehe das Wal-Mart-Urteil.“
Auch Willi Zimmermann von Unger Sound & Vision aktiv in Paderborn ist mit dem Geschäft zufrieden, „weil sich Fachkompetenz und Schnelligkeit ausgezahlt haben – und weil gebrannte CDs ein schäbiges Geschenk sind.“ Beim Ergebnis verzeichnet er „prozentuale Zuwächse im zweistelligen Bereich.“ Neben den Beatles und Eminem gehörte Vinyl im allgemeinen zu seinen Umsatzbringern. Zimmermanns Prognose für 2001 lautet: „Allgemeiner Umsatzrückgang durch Preispolitik der Industrie, in der Folge verstärktes Kopieren und Downloads. Bei uns gab es eine erneute Steigerung des Ergebnisses durch den Einsatz des Teams, starke Kundenorientierung und aktive Marketingmaßnahmen sowie zusätzlich Vergrößerung der Verkaufsfläche.“
Maria- Luise Staudinger-Nidetzky, Inhaberin von Power aktiv in Bochum, zieht ebenfalls eine zufriedene Bilanz: „Das Weihnachtsgeschäft ist besser ausgefallen, als ich gedacht hätte. Die Monate zuvor waren recht ruhig. Im Vergleich zu 1999 stehen wir pari.“ Zu den Verkaufsschlagern zählt sie die Beatles, Grönemeyer und Gregorian, „das Backprogramm war dagegen ein Flop“. Als Prognose gibt sie aus: „Der Fachhandel hat im Jahr 2001 eine Chance, sich zu konsolidieren.“
Auch Joachim Neitzel, Inhaber von Disco Schallplatten in Düsseldorf und Kaarst, konnte das Vorjahresergebnis halten: „Ich bin mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden, weil unser Ergebnis so nicht zu erwarten war: Das Kaufverhalten hat sich positiv entwickelt. Außerdem profitieren wir davon, dass wir einerseits in der Breite sortiert sind und andererseits auch stark nachgefragte Titel in entsprechender Zahl vorrätig halten. Schließlich machen individuelle Bestellungen für unsere Kunden einen großen Anteil aus.“ Bei Disco Schallplatten lagen die Beatles weit vor allen anderen Titeln. Neitzel, der im Laufe des Jahres zwei weitere Filialen schloss, prognostiziert für das neue Jahr: „Die bekannten Probleme wie Download und Preisdumping bleiben bestehen, so dass vor allem der kleine und mittlere Fachhandel es noch schwerer haben wird.“
Den Umsatz des Vorjahrs erzielte auch Wilma Kassebeer von Discoteca in Münster. Sie ist mit dem Weihnachtsgeschäft „der Inlandsnachfrage im Markt entsprechend zufrieden. Wir führen ausschließlich Klassik, da kennen wir keine Flops. Aufnahmen mit Cecilia Bartoli, Anne-Sophie Mutter, Viktoria Mullova und Werke von Johann Sebastian Bach waren die Renner.“ Ihr Wunsch für 2001: „Für den Einzelhandel – in Münster gibt es mehr als zehn Anbieter – hoffen wir, ein wenig gegen die Filialisten bestehen zu können.“
Brigitte Stephan und Heinz Putz vom Musikhaus Charts 9001 in Chemnitz erklären gemeinsam: „Wir sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden und hatten – wie immer – das Gefühl, dass unsere Kunden zufrieden aus dem Geschäft gingen, da wir glauben, dass der Service und die Beratung im Fachgeschäft doch eine große Rolle spielen. Wir erzielten fast das gleiche Ergebnis wie im Vorjahr, obwohl sich das Weihnachtsgeschäft nur auf drei Wochen beschränkte.“ Zu den Tops zählen sie neben den Beatles André Rieu und Helmut Lotti. Ins neue Jahr starten sie zuversichtlich: „Wir waren schon immer optimistisch. Unser Slogan lautet: ‚Es kann immer nur besser werden‘ – wenn man sich um sein Geschäft bemüht.“




