Zwischenzeitlich schien es, als könnte ein Preiskrieg um den Verkauf von PolyGram entstehen. Verschiedene Finanzhäuser, die auf Buy-Outs von Firmen spezialisiert sind, äußerten Interesse an PolyGram. So vertrat Michael Ovitz, ehemals Chef von Walt Disney und maßgeblich am Verkauf von Universal an Seagram beteiligt, das Angebot der Firmen Forstmann Little & Co. und Thomas H. Lee Co. Beobachter vermuten, Ovitz wollte den Preis für PolyGram in die Höhe treiben, weil er seit drei Jahren mit Seagrams CEO Edgar Bronfman Jr. persönliche Differenzen hat. Nach dem Ausscheiden der Mitbieter will der Philipskonzern mit dem verbliebenen Kaufinteressenten Seagram über die Modalitäten der PolyGram-Übernahme verhandeln. Insider gehen aber davon aus, daß Seagram den geschätzten Preis von 10,5 Milliarden Dollar zum Teil bar und zum Teil mit Aktien zahlen wird. Allem Anschein nach will Seagram den Baranteil der Summe durch die Verkäufe seiner Getränkefirma Tropicana und seiner elf Millionen Time-Warner-Aktien aufbringen. Indes regen sich bereits Spekulationen, der PolyGram-Verkauf – und damit verbunden die Fusion mit Universal – könne die Kartellwächter auf den Plan rufen.
Seagram bleibt beim Verkauf von PolyGram Alleinbieter
Nachdem andere Interessenten in der vergangenen Woche ihre Angebote zurückzogen, bleibt Seagram Alleinbieter beim Verkauf von PolyGram. Philips und Seagram bestätigten nun offiziell, daß sie in Verhandlungen stehen.



