Praktische Ausbildung für das Musik-Business

Für den Musikverleger Georg F. Löffler und sein Seminarangebot Music & More ging jüngst eine wichtige Etappe zu Ende: Der erste Jahrgang von „hausgemachten“ Musikkaufleuten schloß sein Studium ab.

Im Münchner Hotel „Mercure“ traf sich der erste Kurs „Musikkaufmann/-frau (Music & More)“ vor kurzem zur Abschlußveranstaltung des Lehrgangs, der über zwölf Monate jeweils am Wochenende in München stattfand. Die 25 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich stellten in jeweils 20minütigen Referaten ihre persönlichen Projekte vor, die sie seit Beginn des Kurses vorbereitet und zu schriftlichen Dokumentationen ausgearbeitet hatten. Die Berlinerin Elisabeth Fischer und der Münchner Garry Lee-Winser etwa präsentierten das Projekt „Kaskaden-Konzert in Schloß Schleißheim“: In ihrem Vortrag exerzierten beide das – bislang nur hypothetische – Vorhaben durch, im Schloß Schleißheim bei München ein Klassik-Open-Air-Konzert zu veranstalten.

Deutlich machten sie dabei vor allem eines: Um von der Verpflichtung der Künstler über das Arrangement mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung bis zur Organisation von Bestuhlung, Bühnenaufbau, Catering, Sicherheitsdiensten, Anfahrtskonzepten und sanitären Einrichtungen alles zu berücksichtigen, benötigt man viel Zeit und Geduld. „Grundsätzlich hat sich die Idee als realisierbar erwiesen“, so Elisabeth Fischer in ihrem Schlußresümee, „aber da ein Großteil der nicht unerheblichen Kosten vorfinanziert werden muß, sollte man Sponsoren und Partner finden.“

Neben diesem Klassik-Projekt gab es weitere Präsentationen, die ein großes Themenspektrum abdeckten: So rechnete Michael Stiglmayr exemplarisch die Produktion einer Maxi-CD in Eigenregie vor, Sascha Pinkas stellte die Vermarktungsansätze für seine Band Allentown vor und der Klagenfurter Werner Isopp präsentierte sein Ein-Mann-Unternehmen Werner Isopp Records. Iris Reiche, eine frischgebackene „Music & More“-Musikkauffrau, die unter anderem als Konzertveranstalterin mit eigenem Label aktiv ist, betonte im Gespräch mit MUSIKWoche die Wichtigkeit solcher Kurse: „Es müßte mehr Seminare dieser Art geben, dann gäbe es vielleicht weniger Möchtegerns in der Branche.“

Im Laufe des vergangenen Jahres erhielten die „Auszubildenden“ Einblicke in die Musikbranche von Referenten wie Rainer Tarara (Virgin), Henning Tögel (Moderne Welt), Tom Büscher (BMG Ariola), Hage Hein (Lawine) und MUSIKWoche-Chefredakteur Manfred Gillig-Degrave. „Nach den Einzelseminaren, die Music & More auch weiterhin anbietet, machte es einfach Sinn, auch einen echten Kurs anzubieten, der en bloc serviert wird“, erläutert Georg F. Löffler, der mit den Resultaten des ersten Jahrgangs sehr zufrieden ist. Der zweite Kurs in München läuft bereits seit September 1998, der dritte startete Mitte März, und seit dem 26. März bietet Music & More das Seminar zusätzlich auch in Hamburg an.