“Generative künstliche Intelligenz durchdringt unsere Gesellschaft in einem rasanten Tempo“, weiß Prof. Dr. Alexander Endreß, der an der Popakademie Baden-Württemberg die Studiengangsleitung für den Bereich Musikbusiness B.A. inne hat. „Gerade im Zusammenhang mit digitalen Innovationen ist die Musikwirtschaft immer eine der ersten Kreativindustrien, die in teils disruptiver Weise davon betroffen ist. Wir müssen uns daher frühzeitig mit möglichen Konsequenzen dieser gesellschaftlichen Durchdringung auf unsere musikalische Kultur auseinandersetzen.“
Passend dazu starten die Popakademie und das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT gemeinsam ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt: Unter dem Motto „Perspektive 2036 – Musikwirtschaft in der Zukunft“ soll hier beleuchtet werden, wie generative Künstliche Intelligenz die Bereiche Musikproduktion, Distribution, Rechteklärung, Lizenzierung und Verwertung bis zum Jahr 2036 verändern kann. Ziel sei es, „mögliche Zukunftsbilder der Musikwirtschaft und Musikkultur zu entwickeln und daraus konkrete Empfehlungen und Handlungsbedarfe für politische Entscheidungsträger:innen abzuleiten“, teilen die beiden Einrichtungen mit: „So sollen frühzeitig die Voraussetzungen für einen rechtssicheren, fairen und kulturell verantwortungsvollen Umgang von KI im Musikbereich geschaffen werden.“ Die Erkenntnisse sollen unter anderem „wichtige Impulse für die Präzisierung und Ausarbeitung von Rechtsnormen, Lizenzierungsverfahren, Transparenzanforderungen und Vergütungsmodellen liefern“.
Die Popakademie soll „ihre Expertise an der Schnittstelle von Musikwirtschaft, Digitalisierung und Branchenpraxis“ in das Projekt einbringen, das Fraunhofer IDMT vor allem die technologische Expertise im Bereich Audio-KI.
„Generative KI verändert nicht nur kreative Produktionsprozesse, sondern stellt die Musikwirtschaft auch vor neue technologische und rechtliche Herausforderungen“, ergänzt Andrew McLeod als Experte für KI und Musikanalyse am Fraunhofer IDMT: „Die Zusammenarbeit mit der Popakademie bietet eine besondere Chance, die Perspektiven der Menschen einzubeziehen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind. Wir wollen verstehen, welche Erwartungen, Chancen und Bedenken sie mit der Technologie verbinden und so eine fundierte Grundlage für die verantwortungsvolle Weiterentwicklung schaffen.“
Das Forschungsprojekt wird im Rahmen eines Insight II getauften Programms durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und beim Kongress „Insight Forum 2026 – Interdisziplinäre Perspektiven auf disruptive Innovationen“ am 29. und 30. September 2026 in Berlin vorgestellt.





