Alain Levy, der ausgeschiedene PolyGram-Chef, zog indes eine Bilanz seiner Amtszeit: „Meine Schuld war es, daß auf den wirklichen Kreativen des Unternehmens sehr viel Druck lastete, auf den Künstlern, den A&R-Managern und den Labelchefs.“ Oft sei es für große Unterhaltungskonzerne unmöglich, einerseits vierteljährlich gute Bilanzen abzuliefern und andererseits die Kreativität nicht zu vernachlässigen.
PolyGram will Topmanager halten
PolyGram bereitet sich auf die endgültige Fusion mit Universal vor: Die Konzernleitung will mit Prämien wichtige Manager zum Bleiben bewegen. Bereits kurz nach dem Abschluß des Deals zwischen Philips und Seagram wollte die PolyGram-Führung einen Etat anlegen, aus dem sie wichtigen Managern Prämien zahlen kann, um sie weiterhin an den Konzern zu binden. Seagram hat der Schaffung dieses Prämienpools jetzt zugestimmt: 40 Millionen Dollar will PolyGram an „ausgewählte Angestellte in Schlüsselpositionen“ zahlen, wenn sie mindestens noch ein Jahr nach dem Vollzug der Fusion bei dem neuen Entertainment-Riesen bleiben. Die Hälfte der Prämie bekommen die Manager direkt nach der Fusion, den Rest nach zwölf Monaten. Unklar ist bisher, wieviele Executives in den Genuß der Prämie kommen und ob der Konzern auch deutsche Führungskräfte auf diese Art umwirbt.





