Österreicher mit Midem 2001 sehr zufrieden: Aussteller ziehen positive Bilanz

Eine Grundtendenz der Midem war ein Rückgang der Dot-Com-Firmen, allerdings gab es auch zahlreiche neue Aussteller. Das spiegelte sich am österreichischen Gemeinschaftsstand, dessen Teilnehmer zu rund 20 Prozent auf der Messe debütierten.

“Die vielen jungen neuen Labels am österreichischen Stand geben der ansonsten gefährlich langweiligen Stimmung eine erfrischende Coolness“, resümiert Alexander Spritzendorfer, Labelmanager Intonation Recordings.

Thomas Jelinek, Geschäftsführer Balloon Records, kann dies bestätigen: „Wegen Umstrukturierungsmaßnahmen hatte ich den diesjährigen Midem-Auftritt reduziert angelegt; dennoch wurde ich von exklusiven und nicht exklusiven Titelanfragen unserer Lizenzpartner überrollt.“

Für Harald Quendler und den Tonträgervertrieb Extraplatte war „die Midem 2001 im Export die bisher beste“. Allerdings sieht sich Quendler immer mehr mit den Konzentrationsbestrebungen in der Branche konfrontiert und verliert nach und nach Labels, hauptsächlich an deutsche Vertriebe.

Michael Hosp, Managing Director kdg mediatech, berichtet von erfolgreichen Tagen und bezeichnet die Midem 2001 als „attraktiver denn je“.

Willi Schlager, Director Strategic Marketing Sony Music Entertainment (Austria), sieht die Präsenz des eigenen Repertoires sowie Lizenzgeschäfte und neue Medien als Hauptstrategien.

Dr. Harald Büchel, ehemaliger Geschäftsführer BMG Austria, erlebte als Consultant im Medienbereich die Messe erstmals nicht aus Sicht eines Major-Unternehmens: „Von dreihundert Visitenkarten habe ich nur einige wenige wieder mit nach Hause genommen. Wenn fünf Prozent dieser Kontakte in weiterer Folge zu einem Geschäft führen, dann war die Midem 2001 der perfekte Start für meine Firma FastForward.“

Aus der Sicht der Urheberrechtsgesellschaften ist Austro-Mechana-Direktor Dr. Helmut Steinmetz zufrieden: „Die Midem 2001 war für mich die Gelegenheit, Geschäftspartner aus der ganzen Welt zu treffen und am Puls des Geschehens zu bleiben. Wir hatten eine Vorstandssitzung des BIEM, eine Einigung mit den multinationalen Verlagskonzernen über eine Verlängerung des ‚Cannes Agreement“ und eine hochinteressante Präsentation des Projektes ‚Fast Track“, um die Zusammenarbeit der Verwertungsgesellschaften und der Rechteinhaber zukunftsorientiert zu intensivieren.“

Und Silvia Schauer, General Manager Zomba, findet einen Gemeinschaftsstand „sehr wichtig, einerseits als gemeinsame Präsentation nach außen hin, andererseits als optimale Plattform für Labels und Produzenten auf der Suche nach einem österreichischen Partner“.

Allein Claus Biedermann von Ultimatief ist nicht glücklich: „Der gemeinschaftliche Stand hat meiner Meinung nach die Branche in unserem Land perfekt repräsentiert. Nämlich als Gemeinschaft von Vollwapplern.“

Als Organisator des Gemeinschaftsstands berichtet Mario Rossorihingegen über eine positive Resonanz für österreichische Musik aus dem Ausland, speziell die Medien waren an den Entwicklungen interessiert: „Nur ein starkes Gemeinsames hilft den österreichischen Firmen im internationalen Kompetenzstreit um die Marktanteile. Jeder für sich ganz alleine, muss – früher oder später – einfach scheitern.‘