Bei seinem weltweit ersten Auftritt als Chief Innovation Officer der Warner Music Group (WMG) sagt Scott Cohen eine Zeitenwende im Internet voraus.
Der amerikanische Internet-Pionier und Mitbegründer der Vertriebsplattform The Orchard, Scott Cohen, ist für seine kantigen Keynotes auf internationalen Musikmessen bekannt. Beim Convention-Festival Mastering The Music Business (MMB), das bis zum 22. März in der rumänischen Hauptstadt Bukarest stattfindet, wagt der ehemalige Labelbetreiber und Künstlermanager (Dane Owen, Raveonettes) erneut steile Thesen.
Gemäß Cohens Einschätzung ist die Boomphase der klassischen Social Media-Anbieter bereits überschritten. „Von nun an geht’s bergab“ teilte er den staunenden MMB-Akkreditierten im Hotel Caro mit. Seine Kernthese: Ohne seine Nutzer und „Content-Geber“ sei weder Facebook oder Instagram noch der schwedische Streaminganbietr Spotify etwas wert.
Seine durchaus von Selbstironie geprägte Gardinenpredigt gipfelte in der Forderung: „Cut Spotify out of the system.“ Das Blockchain-System wird laut Cohen schon bald die Funktion der digitalen Verteiler-Medien übernehmen. Mit dem Ergebnis, das jedes Label und jeder Nutzer ohne den Einsatz eines „Mittelmannes“ die eigenen Fans, Hörer und Käufer erreichen wird.
Auf kritische Fragen aus dem Publikum, wie weit es denn mit der Blockchain-Alternativ in der Praxis sei, orakelte Cohen: „Alle zehn Jahre ändert sich die Musikindutrie komplett.“ Und das Abenteuer Blockchain wäre bereits zwei, drei Jahre im Praxiseinsatz.
Das Business-Forum MMB mit findet in diesem Jahr zum vierten Mal in Bukarest statt. Impala-Präsident Kees van Weijen stellte die Gründung eines rumänischen Export-Büros in Aussicht. Rund 500 Fachbesucher aus 15 Ländern, darunter Panflöten-Legende Gheorghe Zamfir informierten sich über den Entwicklung der Märkte im südöstlichen Europa. 25 Bands bestritten das begleitende Showcasefestival.
Text: Ralf Niemczyk






