Neue Vorspielstation für den Handel

Der Dienstleister Sonopress, ein 100prozentiges Bertelsmann-Tochterunternehmen, stellt mit dem Music Browser Network ein neues System für Vorspielstationen im Einzelhandel vor.

“Scannen. Hören. Kaufen.“ Mit diesem Slogan wirbt Sonopress für den Music Browser. Das Unternehmen stellt dieses System auf der PopKomm. am Stand J51 in der Halle 13.2 und am 21. August um 13.30 Uhr im Konferenzraum 3-4 offiziell vor. Bis dahin prüft ein Einzelhändler mittlerer Größe in Westfalen den Music Browser auf seine Praxistauglichkeit im Tagesgeschäft. Das Music Browser Network besteht aus zwei Rechnern, den sogenannten Serv- und Playboxen sowie je nach Ausstattung aus unterschiedlich vielen Scannern mit Anschlußmöglichkeiten für Kopfhörer. Möchte ein Kunde eine CD aus dem Angebot des jeweiligen Händlers kennenlernen, muß er nur den Barcode des Tonträgers mit dem direkt am Regal befestigten Scanner einlesen, um das gesamte Album in Ausschnitten von jeweils 30 Sekunden vorgestellt zu bekommen. Damit dieser Vorgang für den Kunden so einfach wie möglich ist, wird die Bedienungsanleitung für das System über den Kopfhörer angesagt. Außerdem, so York P. Herpers, bei Sonopress im Bereich Marketing, Online- und Mediendienste für den Music Browser zuständig, handelt es sich „um einen omni-direktionalen Scanner. Der Kunde kann den Barcode also in fast jeder Neigung und Richtung einlesen.“ Der Music Browser stellt den Käufer laut Herpers nicht vor eine so hohe Hemmschwelle, wie es Geräte mit Touch-Screen tun. Auch bei den einfach gestalteten graphischen Oberflächen der Touch-Screen-Systeme, so Herpers, „haben vor allem ältere Kunden und solche, die nie einen Computer bedienen mußten, Probleme“. Das Music Browser Network greift bei Händlern, die an das PhonoNet angeschlossen sind, automatisch auf den PhonoNet-Server zu. Dieser stellt dem Handel die aufbereiteten Songausschnitte zur Verfügung, die Aktualisierung der Daten erfolgt über Nacht. Das System richtet sich allerdings nicht ausschließlich an PhonoNet-Teilnehmer. Wer möchte, kann den Music Browser auch ohne Anbindung an die Serviceleitungen mit selbsterstellten Daten füttern. Als einen Vorteil des Music Browsers stellt Herpers den geringen Personalbedarf heraus. Der Kunde kann sich die Titel, die er hören möchte, mit Hilfe des Systems selber vorspielen und braucht niemanden, der ihm die CD auflegt. Außerdem muß der Verkäufer die CDs nicht mehr für jeden Vorspielvorgang aus den Sicherungsrahmen lösen oder, bei Leerhüllenpräsentation, aus den Schubladen heraussuchen. Sonopress bietet das System in unterschiedlichen Varianten an. Ein erstes Paket enthält eine Servbox mit Speicherplatz für die Ausschnitte von etwa 2000 CDs, dazu vier Scanner und Kopfhörer-Anschlüsse, das größere Paket bietet eine Kapazität für rund 12.500 CDs und umfaßt 16 Scanner. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, einen Server mit Speicherplatz für etwa 45.000 Soundfiles mit Anzahl der Anschlüssen nach Wahl zu ordern.