Napster stellt Verteidigungs-Strategie vor

Der Online-Musik-Dienst Napster hat jetzt seine Verteidungs-Strategie im mit der amerikanischen Tonträgerindustrie vorgestellt.

Der MP3-Tauschdienst möchte das Gericht davon überzeugen, dass der Tausch von MP3-Dateien legal ist. Der Napster-Anwalt David Boies beruft sich dabei auf den Audio Home Recording Act (AHRA) von 1992: Demzufolge ist der nicht-kommerzielle Tausch von digitalen Musikaufnahmen zulässig. Das Gericht muß jetzt entscheiden, ob der AHRA im Fall von Napster zum Tragen kommt, da dieser prinzipiell nicht für Computer und Computer-Zubehör gilt. Im letzten Jahr entschied ein Gericht im Rechtsstreit zwischen der RIAA und dem MP3-Player-Hersteller Diamond Multimedia, dass ein MP3-Player nicht vom AHRA gedeckt wird, da es sich dabei um ein Computer-Zubehör handle . Desweiteren argumentiert Boies, die Kunden würden Napster dazu nutzen, um sich vorab Musik von CDs anzuhören und herunter zu laden, die sie später käuflich erwerben. Er verweist dabei auf eine Studie der Wharton School of Business, nach der mindestens 70 Prozent der Napster-Nutzer auch CDs von den Bands kaufen, deren Songs sie über den Service herunter laden. Die meisten Nutzer des Dienstes würden nichts illegales tun, erklärte Boies, deswegen könne man auch den Dienst nicht zur Rechenschaft ziehen. Boies, den Napster eigens engagiert hatte, um eine Verteidigungs-Strategie gegen die RIAA-Klage zu entwickeln, leitete zuletzt das Anwälte-Team, das erfolgreich den Kartellprozess gegen Microsoft führte. Die RIAA will vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken, nach der der MP3-Dienst solange geschlossen wird, bis ein Gericht endgültig über die Zulässigkeit des Angebots entschieden hat.