Bereits auf der Popkomm. wurden Vertreter der Handelskonzerne Tengelmann, ReWe und Schlecker gesichtet, die in Verhandlungen mit den Plattenfirmen stehen. Jochen Leuschner, Managing Director Sony Music Germany, bestätigte die Bestrebungen und bezeichnete die deutsche Handelsstruktur im als „konsumentenunfreundlich“. Das Netz des Musikfachhandels und der Ketten sei zu großmaschig. Gerade abseits der Ballungsräume hätten Konsumenten Schwierigkeiten, aktuelle Veröffentlichungen zu erwerben. Er verwies auf die Erfahrungen der Musikindustrie in anderen europäischen Ländern, in denen der Verkauf von CDs in Supermärkten bis zu 50 Prozent des Gesamtabsatzes ausmacht. Derzeit stimmen laut Leuschner verschiedene Firmen intern eine gemeinsame Strategie ab. Auch Peter Alexander Rapp, Geschäftsführer BMG Special Marketing Europe, will mit entsprechenden Konzepten dem wachsenden Interesse des Lebensmittelhandels entgegenkommen. Auf der BMG-Vertriebstagung berichtete Rapp von Erfahrungen mit der Supermarktkette Lidl, die im März bei „minimalen Retouren“ verschiedene BMG-Produkte in sechsstelliger Stückzahl verkaufte.
Musikbranche drängt in die Supermärkte
Der Lebensmittelhandel soll nach den Wünschen führender Musikmanager bald auch Tonträger verkaufen. Derzeit laufen noch Gespräche hinter verschlossenen Türen, doch die Absichtserklärungen sind eindeutig.




