MTV Europe verliert vor Gericht

MTV Networks Europe mußte in seinem Kampf gegen die Urheberrechtsgesellschaft „Video Performance Ltd.“ (VLP), die IFPI und Warner eine empfindliche Schlappe hinnehmen.
1993 hatte MTV-Chef Hansen die drei – zusammen mit den anderen Majors BMG, EMI, PolyGram und Sony – verklagt, weil er eine Preisabsprache zwischen den Anbietern von Musikvideos vermutete. Damit verstießen sie, so MTV, gegen das Wettbewerbsrecht der EU ().
Zwischenzeitlich wurde Hansen mit allen Majors außer Warner handelseinig, wollte die Abschlüsse mit ihnen aber nicht veröffentlichen. Der zuständige Richter verfügte allerdings, daß Hansen diese Informationen den von ihm verklagten Parteien zugänglich machen müsse. Diese Verfügung focht MTV jetzt an – und verlor.
MTV erwägt, die Sache vor das House of Lords, das höchste Gericht in Großbritannien, zu bringen. Unabhängig davon hat MTV die Video-Anbieter auch bei der Europäischen Kommission angezeigt. Das Verfahren auf britischer Ebene dürfte gegen Ende nächsten Jahres einen Abschluß finden, eine Beendigung des Verfahrens auf EU-Ebene ist nicht in Sicht. Außerdem haben VPL und IFPI ihrerseits MTV verklagt.