“Bei den aktuellen Marktverhältnissen können wir beobachten, dass der Fachhandel regelmäßig bei den zehn größten Plattenfirmen ordert, aber schon beim elften die Zahl der Bestellungen merklich abnimmt“, stellt CashKit-Geschäftsführer Jörg Kiwitz fest. „Das liegt zum Beispiel an den Kosten für Porto und Handling sowie an oftmals geforderten Mindestbestellmengen der Firmen.“
Diese Kosten muss der Händler bei vielen Anbietern zusätzlich zum Einkaufspreis der CD einplanen, obwohl sie in der Regel nicht mit in die Kalkulation des Verkaufspreises einfließen. „Deshalb ist es für den Händler kaufmännisch oft sinnvoller, eine Kundenbestellung nur einer CD eines kleineren Herstellers gar nicht erst anzunehmen.“
Vor diesem Hintergrund entwickelte CashKit in Kooperation mit Weblog, einem Schwesterunternehmen des Mannheimer Großhändlers und Systemdienstleisters TMI, eine für den Tonträgerhandel neuartige Distributionslösung. Unter dem Projektnamen Media-Distribution wollen die beiden Partner ein System anbieten, das dem aus dem Buchhandel bekannten Barsortiment nahe kommt. CashKit und Weblog wollen hierbei die eingehenden Bestellungen zusammenfassen und die Auslieferung an den Handel bündeln.
Für den Händler hat das den Vorteil, dass er anstelle zahlreicher kleiner Lieferungen mit Rechnungen und Lieferscheinen nur ein Sammelpaket annehmen und kontrollieren muss. Gleichzeitig kann der Händler seine Kosten für das Handling senken und Mindestbestellmengen umgehen. Eine Lieferung im Rahmen der Media-Distribution kann neben dem selten geforderten Titel einer Kundenbestellung auch aktuelle Charts-Hits oder Titel aus dem Back-Katalog zusammenfassen.
„Wir machen aus vielen kleinen Paketen ein großes“, erklärt Kiwitz das Konzept. Im Rahmen dieses Angebots übernimmt CashKit den Transport der Daten, während Weblog für ein breit sortiertes Warenlager und die Logistik sorgt. „Auf diesem Gebiet haben wir uns mit Weblog und TMI als kompetente Partner des Handels erweisen“, erklärt Weblog-Geschäftsführer Alexander Wessendorf.
Künftig soll es für die teilnehmenden Händler möglich sein, die Lieferbarkeit der gelisteten Produkte online festzustellen. Um das neue Distributionskonzept zu prüfen, beginnen beide Partnerfirmen im März mit einer Testphase. Händler, die mit dem Warenwirtschaftssystem von CashKit arbeiten, sollen im Anschluss daran über das System einen besonders komfortablen Zugriff auf den neuen Service haben.
Laut Kiwitz wird das neue Distributionsmodell für alle Marktteilnehmer offen gehalten, „weil die Musikbranche eine generelle Lösung braucht und Indie-Labels überleben sollen“. Schließlich sollten die Plattenfirmen durch die Bündelung der Aufträge durch Weblog sogar Kosten sparen können, da auch auf ihrer Seite viele kleinere Päckchen in einer großen Lieferung aufgehen. Kiwitz weist auch darauf hin, dass die kleineren Anbieter von manchen Händlern bislang gar nicht gelistet wurden. Somit erhalten diese nun einen neuen Zugang zum Fachhandel.





