Die Prognosen für den Markt der Online-Musik seien zwar revidiert und den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst, jedoch sehe Jupiter weiterhin ein signifikantes Umsatzpotenzial in den nächsten Jahren, sagte Mulligan im Gespräch mit musikwoche.de. „Unsere Zukunftsprognosen sind sogar eher konservativ“, so der Analyst. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass in Europa im Jahr 2006 rund 2,1 Milliarden Euro mit dem Online-Verkauf von Musik umgesetzt werden, was einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtmarkt entspräche.
463 Millionen Euro davon sollen dann aus Subskriptionsangeboten stammen, 321 Millionen Euro werden laut Jupiter durch den Verkauf individueller Downloads erwirtschaftet werden. Allerdings dürften die Umsätze in den einzelnen Märkten stark differieren angesichts der zu erwartetenden Entwicklung bei der Haushaltspenetration mit breitbandigen Internetanschlüssen, die eine schnelle und effizientere Datenübermittlung erst ermöglichen.
Bis 2003 werden zehn Millionen europäische Haushalte einen Breitbandzugang haben. Am fortschrittlichsten sieht Jupiter dabei die skandinavischen Staaten, die bis 2005 zu rund 30 Prozent an den schnellen Netzen angeschlossen sein werden. In Deutschland werden es dagegen nur 17 Prozent sein. Im Jahr 2000 lag der Anteil bei lediglich 0,9 Prozent. Bei den Schlüsselmärkten Großbritannien und Frankreich sieht es noch düsterer aus: Dort rechnet man mit Anteilen von 15 beziehungsweise zehn Prozent.
Grund für diese schleppende Entwicklung: mangelnder Wettbewerb bei den Providern und die hohen Kosten, die sich im Schnitt bei 200 Euro Anschlussgebühr und 50 Euro monatliche Grundgebühr bewegen. Trotz aller infrastrukturellen Defizite sieht Jupiter jedoch große Chancen für Musikabos – speziell in Deutschland und Großbritannien.
Eine Umfrage bei 4382 Konsumenten ergab, was diese Abos besonders attraktiv machen würde: 26 Prozent der Befragten wünschten sich Ermäßigungen für Konzertkarten und Merchandising-Ware, 18 Prozent legten Wert auf hochqualitative und virenfreie Soundfiles und 14 Prozent wollten werbefreie Angebote.
Eine logische Konsequenz seien demnach abgestufte Servicemodelle mit kostenlosen Angeboten (niedrige Tonqualität, eingeschränkter Katalog, werbefinanziert), einem Mid-Price-Segment (Ton in CD-Qualität, vollständiger Katalog, eingeschränkte Download-Möglichkeit, Ermäßigungen, Newsletter) und Premiumdiensten (zusätzlich mit unbeschränkten Downloads, exklusiven Zusatzangeboten, Chats und anderen Community-Features).






