Händler wehren sich gegen Downloads

Auf der Hauptversammlung der British Association Of Record Dealers (BARD) kritisierte Brian McLaughlin, Managing Director HMV Europe, den Verkauf von Musik über das Internet vor dem VÖ-Termin.

Anläßlich der BARD-Jahrestagung am 23. September im Londoner Commonwealth Club kündigte McLaughlin den Widerstand der Handelskette HMV gegen Tonträger an, die bereits vor ihrer Veröffentlichung als Download im Netz erhältlich sind: „Solche Produkte oder den Back-Katalog des betreffenden Künstlers werden wir höchstwahrscheinlich nicht mehr listen.“ Als Vorstandsmitglied der BARD kritisierte McLaughlin zugleich Virgin Records America. Die Firma hatte David Bowies Album „Hours…“ zwei Wochen vor dem Veröffentlichungstermin (4. Oktober) über kommerzielle Websites angeboten – inklusive eines Bonustracks. McLaughlin forderte, daß trotz der Möglichkeiten, die das Internet biete, Musik auch weiterhin für alle Kunden zur selben Zeit erhältlich sein sollte. Der Tonträgerhandel reagiert zunehmend verärgert auf Marketinginitiativen im Internet: Die niederländische Handelskette Free Record Shop etwa kündigte vor kurzem als Reaktion auf den Virgin-Vorstoß an, sie werde sämtliche Alben von David Bowie aus dem Verkauf nehmen. Dabei gestalten sich die Downloads zur Zeit noch schwierig.