Gründungstagung für Kulturkreis Buch und Medien

Vom 1. bis 3. Juli fand in Dortmund die Gründungstagung für den Kulturkreis Buch und Medien statt. Auf Einladung der Polymedia Marketing Group und des Harenberg Verlags versammelten sich Vertreter aus Handel, Industrie und Marketing.

“Wir sind kein Dienstleister, sondern Anstoßgeber.“ So formulierte Gerrit Glaner, Senior Key Account Manager Polymedia, die Zielsetzung des Kulturkreises, der sich im Harenberg City-Center traf. Glaner und Christine Wolf vom Harenberg Verlag beschrieben die Gründung als ein Netzwerk: Ohne feste Verbandsformen und ohne Statuten soll der Kreis im jährlichen Gedankenaustausch zur Vernetzung der Bereiche Buch und Musik – mit Schwerpunkt auf der klassischen Musik – beitragen. Der Kulturkreis will für den Erhalt und die Verbreitung der Medien werben, um somit die Existenzgrundlage der Fachhandelssparten zu sichern. Dazu werden namhafte Referenten für Vorträge und Podiumsdiskussionen eingeladen, während die Einbindung von Künstlern eine Brücke zur Kultur schlagen soll. Den Rahmen der diesjährigen Veranstaltung bildeten ein Konzert des Pianisten Jean-Yves Thibaudet, eine Lesung von Senta Berger sowie ein Ausflug mit über 100 Teilnehmern zu Ausstellungen in Oberhausen und Essen.

Mit den Themen Handel und Kunden beschäftigten sich die Teilnehmer der Vortragsreihe und Diskussionsrunde „Kultur und Freizeit des 21. Jahrhunderts“. Oliver Schulten, Geschäftsführer Universal Classics, Jazz & Family Entertainment, gab sich in seinem Statement zuversichtlich, was den Fortbestand des physischen Tonträgers betrifft: „Der Konsument wird weiterhin klassische Musik auf CD besitzen und sammeln wollen. Kunden wollen Beratung, und sie wollen die CD in die Hand nehmen.“ Am Nachmittag stellten vier Händler ihre Konzepte vor. Werner Will von Ludwig Beck, München, wies auf die Bedeutung von qualifiziertem Personal im Tonträgerhandel hin, während Grete Schulga ihr Hörbuch-Label- und Ladenkonzept Litraton erläuterte. Weiter sprachen Oliver Sichert vom KulturKaufhaus Dussmann, Berlin, und Heinrich Riethmüller von der Osianderschen Universitätsbuchhandlung in Tübingen.

Joachim Tresp, Division Manager Medien und Dienstleistungen bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, präsentierte die Studie „Wer sind die Kunden von morgen?“ Zu deren Ergebnissen gehört die Prognose, daß in 40 Jahren in Deutschland etwa zehn Millionen Menschen weniger leben werden als heute. Der steigende Altersdurchschnitt der Bevölkerung geht einher mit sinkenden Aufwendungen für Handelsgüter. Dazu setzt innerhalb des Medienbudgets von rund 25 Milliarden Mark eine Verschiebung ein: Sinkende Umsatzzahlen bei CDs und Büchern finden sich als Gewinne bei CD-Rs, CD-ROMs und Games wieder. Tresp nannte als Käufer von CDs und Büchern die aktuelle Zahl von 20 Millionen und bezifferte die Zielgruppe der Kunden von Klassiktonträgern und hochwertigen Büchern mit etwa 1,4 Millionen Personen. Ziel müßte es laut Tresp sein, die Intensität der Käufe zu steigern.