Grammy-Nominierungen: Große Vielfalt schafft Spannung

Rap-Veteran Dr. Dre und Beyonce Knowles von der R&B-Formation Destiny’s Child sind mit je fünf Nennungen die meistnominierten Grammy-Anwärter in diesem Jahr. Die Kandidatenlisten präsentieren sich stilistisch breit gefächert wie selten.

Einen eindeutigen Favoriten als Top-Abräumer wie im letzten Jahr Santana gibt es nicht für die 43. Grammy Awards, die in 100 Kategorien am 21. Februar im Staples Center in Los Angeles vergeben werden. Dafür dürfte es spannend zugehen, wenn in vielen Hauptkategorien Protagonisten unterschiedlichster Stilrichtungen um die Preise streiten.

Michael Greene, President und CEO der Recording Academy bezeichnete die Kandidatenliste „unzweifelhaft als diversifizierteste Gruppierung von Künstlern und Aufnahmen, die die Akademie jemals feierte“. Dabei scheinen auch künstlerische Kriterien stärker als gewohnt zum Tragen zu kommen.

So misst sich in der Kategorie „Album des Jahres“ der insgesamt viermal nominierte Rapper Eminem mit dem kontrovers diskutierten Multimillionseller „The Marshall Mathers LP“ mit kommerziell weit weniger erfolgreichen Titeln wie „Midnite Vultures“ von Pop-Eklektizist Beck, dem experimentellen Werk „Kid A““ von Radiohead, Paul Simons stiller Singer/Songwriter-Platte „You’re The One“ und „Two Against Nature“, dem Comeback der Jazz-Pop-Ästheten von Steely Dan.

Vier Nennungen erhielten neben Eminem unter anderem Country-Star Vince Gill und R&B-Sänger Joe. Auf je drei Preise hoffen können unter anderem Madonna, U2, ‚N Sync, B.B. King und D’Angelo.

Von den Plattenfirmen verbucht die Universal Music Group mit 122 Notierungen die meisten Nominierungen vor Warner Music (85), Sony Music (80), EMI (51) und BMG (44). Deutsche Preisträger in spe tauchen im Klassiksegment auf. So ist Helmuth Rilling gleich zweimal in der Rubrik „Beste Choraufnahme“ vorgeschlagen, für die „beste klassische Gesangsaufnahme“ qualifizierten sich die Baritone Matthias Goerne und Thomas Quasthoff.