Die Band Ugetsu sei „eines der eifrigsten Hardbop-Sextette Europas“, freut sich Berg. Differenzierter und souveräner als dieses Sextett knüpfe derzeit keine andere Formation an den Stil von Art Blakey und seinen Jazz Messengers an. Drei Platten von Ugetsu hat Berg inzwischen veröffentlicht, wobei auf der neuesten, „Live In Shanghai“ (MR 874-303), mit dem Trompeter Valery Ponomarev sogar ein Ex-Messenger mitspielt. Die international besetzte Band wird vom Münchner Bassisten Martin Zenker organisiert. Daß Berg Ugetsu unter Vertrag nahm, entspricht dem Konzept seines Labels, deutschen Jazz-Musikern ein Forum zu bieten. „Der Markt ist klein, aber inflationär“, sagt er. „Meine Nische war es, deutsche Talente an den Start zu bringen.“
Inzwischen haben sich viele Musiker, die bei Mons ihre Debütplatten verlegten, zu Größen der Szene gemausert. Berg übernahm auch die Preisträger des Wettbewerbs „Jugend jazzt“ auf Mons Records. „Der Deutsche Musikrat vergibt oft CD-Preise“, meint er, „die für Musiker eine wichtige Visitenkarte sind.“ Da das Maxolution Quartet (MR 874-818) des Saxophonisten Max Tiller, die Modern-Formation Naima (MR 874-816) und Blue Print Stage (MR 874-817) auf einem sehr hohen Niveau musizieren, paßten ihre vom Deutschlandradio professionell aufgenommenen Preisträger-CDs ins Profil der Firma. Auch Produktionen von Peter Herbolzheimers Label Koala Records will Mons in den nächsten Monaten wiederveröffentlichen. „Ich spüre es nicht, ob der Jazz ‚in‘ ist oder weniger angesagt“, meint Thilo Berg. Ihm liegt viel daran, daß die Bands touren und selbst für sich werben. „Mir ist wichtig, daß die Szene lebt.“





