MusicNet existiert seit Anfang 2000 als Projekt von RealNetworks und Warner Music und wird nun mit den neuen Partnern Inhalte und Technologien zusammenfassen, die an Verbraucher-Sites lizenziert werden. So wollen die Firmen Musik digital vertreiben. Das ist das erste Mal, dass sich eine Mehrheit der Großkonzerne auf eine gemeinsame Vertriebsplattform für das Internet einigt. Kunden sollen so zu Online-Musik-Abos kommen – per Download oder Stream.
Den Anfang machen AOL und RealNetworks, die im Sommer mit entsprechenden Angeboten starten. Danach sollen weitere Abnehmer Titel und Technik von MusicNet lizenzieren können, sofern sie die Auflagen bezüglich Rechteschutz und Datensicherheit erfüllen – auch das neue Napster mit legalem Geschäftsmodell. „Vorausgesetzt die Modelle sind sicher, robust und wirtschaftlich verlässlich, werden wir unsere Inhalte an so viele Anbieter wie möglich lizenzieren“, erklärte Martin Craig, VP New Media bei Warner Music International, gegenüber musikwoche.de.
Beobachter bewerteten die Allianz als Rettung für den neuen Service von Napster, der ohne breites Inhaltepaket zum Scheitern verurteilt wäre. Gleichzeitig tauchten Bedenken auf, ob MusicNet kartellrechtlich unbedenklich sei. Analysten befürchten Preisabsprachen.
Zudem bevorzuge MusicNet durch die Beteiligung von RealNetworks (40 Prozent) ein einzelnes Software-System mit über 190 Millionen registrierten Nutzern des RealPlayers. Indes lud MusicNet alle anderen Plattenfirmen ausdrücklich ein, sich ebenfalls an der Plattform zu beteiligen. Nach anfänglicher Zurückhaltung scheinen nun auch Vivendi Universal und Sony Music ihre Bedenken gegen eine gemeinschaftliche Industrie-Initiative aufzugeben: Aus den beiden Firmenzentralen verlautete, man sei an einem Standard interessiert, der alle Marktteilnehmer einbezieht.





