Dido auf Erfolgskurs

Ein Sample im Rap-Hit „Stan“ von Eminem machte sie zum Star: Dido Armstrong, 28-jährige Engländerin und Schwester von Faithless-Boss Rollo. In den USA hat ihr Debüt No Angel (Cheeky/Arista/BMG Ariola München) Platin-Status.

Ihr hübsches Gesicht kennt jeder, ihren eigentümlichen Namen aus der griechischen Antike sowieso – zumindest in den USA. Dort gilt Dido als Shootingstar des Jahres und ihr Debüt „No Angel“ als Dauerbrenner. Nicht zuletzt ein Verdienst des Rappers Eminem, der ihrer Karriere einen mächtigen Schub versetzte – und sich auch sonst als netter Kerl erwies. „Ich habe viel Zeit mit ihm verbracht, und er ist definitiv nicht der Fiesling, als den ihn die Medien darstellen. Ich denke, ihm geht es nur ums Provozieren. Und das tut er mit sehr viel Intelligenz und Humor.“

Auch wenn sie Eminem viel verdankt: Dido ist längst keine Unbekannte mehr. Als kleine Schwester von Faithless-Boss Rollo, zählt sie zum festen Kern der Londoner Dance-Institution und sang bereits den Hit „Salva Mea“. Dabei hat sich die gelernte Verlagskauffrau in die Szene gemogelt. „Jedesmal, wenn sie einen Gesang aufnahmen oder ein neues Stück anfingen, war ich im Studio und habe Tee gekocht. Tatsächlich meinte Rollo irgendwann: „Sie ist meine Schwester. Wir müssen sie nicht bezahlen, also lasst sie mal singen.“ Seitdem laden sie mich ganz offiziell zu den Sessions ein.“

Ähnlich begeistert zeigte sich auch Clive Davis, der ehemalige Chef von Arista Records.Der nahm die adrette Britin prompt unter Vertrag und produzierte ein Album, das bodenständiger als Faithless klingt, aber genau so eingängig und rhythmisch ist: „No Angel“. Fast ein Jahr tingelte Dido damit durch die USA, spielte in Bars, Colleges, Radio-Sendern und erarbeitete sich eine solide Fanbase.

In Europa wurde das Werk zunächst abgelehnt. Diese Vorbehalte hebelte erst der Erfolg mit „Stan“ aus. Seit Januar gibt es die CD offiziell in Deutschland – mit 18-monatiger Verspätung. „Das ist schon OK“, gibt sich Dido versöhnlich. „Schließlich hatte ich so genug Zeit, um mich an den ganzen Rummel zu gewöhnen. Wäre ich über Nacht groß rausgekommen, wäre ich wahrscheinlich ausgeflippt.“

BMG Ariola München bewirbt das Album mit einer ausgedehnten Anzeigenkampagne in Musikzeitschriften wie dem „Musikexpress“ und dem „Rolling Stone“ sowie dem „Burger King Magazin“. Im April ist eine Tournee geplant, im Sommer gibt Dido einige Auftritte bei Festivals.