Dichtersohn mit Faible für die 30er Jahre

Andrej Hermlin, Sohn des 1997 verstorbenen ostdeutschen Schriftstellers Stephan Hermlin, fühlt sich nicht zur Literatur hingezogen, sondern zur Musik. Mit seinem Swing Dance Orchestra veröffentlichte er bei Amiga (BMG Berlin) die CD „We’re Gonna Dance“. „Daß ich die Unterhaltungsmusik der 30er Jahre für niveauvoller halte als die heutige, ist ein offenes Geheimnis“, sagt Hermlin. Der 32jährige pflegt mit Haarschnitt, Hüten, Anzug und Oldtimern das zu seiner Musik passende Outfit. Hermlin will optisch und musikalisch ein glaubwürdiges und genaues Bild des Swing liefern – „sonst wird man beliebig“. Sein Swing Dance Orchestra spielt nicht nur die Musik originalgetreu, sondern tritt auch mit Mikrophonen und schimmernden Pulten wie eine amerikanische Swing-Band aus den späten Dreißigern auf.
Wert legt Hermlin darauf, daß kein Song aus seinem Repertoire nach 1941 entstand. In diesem Jahr will er sein kleines Orchester zu einer Big Band mit Bläsern erweitern.