Der Aufmarsch der Startups

Der digitale Alltag prägt auch das Teilnehmerfeld der Popkomm. – so gehört in diesem Jahr das zahlenmäpig starke Auftreten von Internet-Firmen zu den auffälligsten Phänomenen, mit denen sich die Branche auf der Messe auseinandersetzen muß.

Sie heißen callasongHiFind, music-licence.com, music@liens,,Music-United.com oder Netrecord-z und haben dreierlei gemeinsam: Es sind neue Firmen aus dem Internet-Bereich, fast alle sind zum ersten Mal auf der Messe präsent, und es ist in den vergangenen Monaten viel über sie geschrieben worden, auch in MUSIKWoche und besonders in NetEntertainment. Laut Popkomm.-Projektleiterin Claudia Gennat verzeichnet die Messe in diesem Jahr bei ausländischen Teilnehmern und Internet-Companys „den größten Zuwachs seit wir angefangen haben, uns zu internationalisieren und mit dem Thema Internet zu befassen.“ Mehr als 200 Unternehmen haben bei ihrer Popkomm.-Anmeldung in diesem Jahr auch die Stichworte „Online“ und „Multimedia“ als Geschäftsfelder mit angegeben. Zwar seien darunter auch Firmen, deren eigentlicher Geschäftszweck nicht in der virtuellen Welt liegt und die sich nun eher nebenbei auch im Internet betätigen, doch sei der stark gestiegene Andrang von Internet-Companies auf der Messe dennoch nicht zu übersehen. „Mehr als 90 Prozent der Internet-Companies, die in diesem Jahr an der Popkomm. teilnehmen, sind zum ersten Mal da“, schätzt Claudia Gennat. Unter den Debütanten sind nicht nur die vieldiskutierten Dot.coms, sondern auch eine Reihe von meist dienstleistungsorientierten High-Tech-Unternehmen, die ihre Internetadresse nicht im Firmennamen tragen. „Wir wollen unser Musikportal auf der Popkomm. ersteinmal der Branche vorstellen und erhoffen uns, dort konzentriert die Ansprache von Industrie, Labels und Verlagen realisieren zu können. Wir haben im Vorfeld bereits reichlich Termine mit Major-Verlagen, aber auch kleineren Publishern und Vertretern verschiedener Online-Distributionsformen fixiert und möchten möglichst viele Kooperationen zustandebringen „, sagt etwa Norman Böhe, CEO der Music-United.com AG und spricht damit Erwartungen aus, die für die meisten der Start-up-Firmen ähnlich gelten. Die Popkomm bietet nun für viele in der Branche die erste Gelegenheit diese neuen Kollegen und Konkurrenten, ihre Firmen, ihre Produkte und Präsentation erstmals selbst in Augenschein zu nehmen. Manche Kooperation, die später einmal vielleicht Branchengeschichte macht, könnte in diesen sicherlich wieder turbulenten Kölner Tagen ihren Anfang finden, auch und gerade zwischen Vertretern der New und der Old Economy.