Charts: Zwei Bestmarken für die Backstreet Boys

Erkan Aki, das Label Zeitgeist, die A+Teens und ein virtueller Popstar zählen zu den aktuellen Charts-Gewinnern in Deutschland. Über zwei Verkaufsrekorde in den USA aus dem alten Jahr freut sich eine Boygroup aus Florida.

Vor allem bei den Longplayern spiegeln die deutschen Charts die nachweihnachtliche Baisse im Business wider. Mit „In Return“ von Shola Ama (Platz 97) gibt es nur einen Neueinsteiger, dafür sieben Wiedereinstiege älterer Alben. Überdurchschnittlich hoch ist derweil der Marktanteil der Compilations. Alle 30 Titel der Compilation-Charts wären derzeit in einer kumulierten Hitliste mit den Longplay-Charts unter den Top 100. Aufwärts im neuen Jahrtausend geht es für den Schweizer Tenor Erkan Aki, der nach seinem Auftritt bei der Millenniums-Fete vor dem Brandenburger Tor mit der CD „Here’s To The Heroes“ von 85 auf 38 steigt. Bei den Singles ist er auf 75 im Duett mit Patricia Kaas mit „Unter der Haut (Les Eternelles)“ dabei, dem Titelsong zum ZDF-Fünfteiler „Sturmzeit“. Im Aufwind befindet sich auch das Polydor-Label Zeitgeist (MUSIKWoche berichtete in Heft 1/2 2000), das mit Masterboy (47), Spike (51) und Pulsedriver (52) drei aktuelle Neueinsteiger in den Singles-Charts stellt. Insgesamt finden sich dort derzeit acht Zeitgeist-Produkte. Die ATeens liegen gleich mit zwei Singles mit Coverversionen von Songs ihrer Vorbilder von Abba im Charts-Rennen. Neueinsteiger „Super Trouper“ rangiert auf Platz 14, „Mamma Mia“ auf 26. Mit E-Cyas hält der erste virtuelle Pop-Star Einzug in die deutschen Singles-Charts. Der digitale Adonis platziert sich mit „Are U Real?“ unter Mithilfe von Produzent Alex Christensen (U96) neu auf Rang 80. Die Backstreet Boys stellten mit „Millennium“ das meistverkaufte Album 1999 in den Vereinigten Staaten. Es fand im vergangenen Jahr 8,2 Millionen Abnehmer. Auch Rang zwei der Jahresrangliste ging an einen Act von Jive: Britney Spears verkaufte von „Baby One More Time“ 7,2 Millionen Einheiten. Die Top Five vervollständigen Ricky Martin mit „Ricky Martin“ (5,4 Millionen), Shania Twain mit „Come On Over“ (4,8 Millionen) sowie Limp Bizkit mit „Significant Other“ (4,3 Millionen). „Millennium“ war 1999 zugleich mit 1,13 Millionen abgesetzten Exemplaren in der ersten Verkaufswoche der Longplayer mit dem besten Startergebnis in den USA. Auf den nächsten Plätzen dieser Rubrik folgen DMX mit „… And Then There Was X“ (698.000), Ricky Martin mit gleichnamigigem Album (661.000), Limp Bizkit mit „Significant Other “ (635.000) sowie Korn mit „Issues“ (574.000). *Charts-Analytiker Norbert Behet wertete für MUSIKWoche die Hitlisten des letzten Jahrzehnts aus. Eine Serie mit den Statistiken der 90er Jahre startet in diesem Heft mit der Rangliste der Interpreten mit der längsten Präsenz in den Longplay-Charts (siehe unten).

Deutsche Charts der 90er Jahre Interpreten mit den meisten Wochen in den Top 100 Longplay

1 Queen 451 Wochen 2 Pur 382 Wochen 3 Wolfgang Petry 338 Wochen 4 Andre Rieu 337 Wochen 5 Westernhagen 324 Wochen 6 Herbert Grönemeyer 300 Wochen 7 Die Toten Hosen 286 Wochen 8 Michael Jackson 284 Wochen 9 Eros Ramazzotti 281 Wochen 10 Celine Dion 280 Wochen 11 Roxette 279 Wochen 12 Phil Collins 277 Wochen 13 Joe Cocker 273 Wochen 14 Metallica 271 Wochen Bryan Adams 271 Wochen 16 Madonna 267 Wochen 17 Guns N’Roses 265 Wochen 18 Andrea Bocelli 264 Wochen 19 Peter Maffay 260 Wochen 20 Luciano Pavarotti 255 Wochen Mariah Carey 255 Wochen