Nach der Sommerflaute sorgen 14 Neueinsteiger bei den Singles und neun bei den Longplayern für Bewegung in den deutschen Charts. Auch im Vorderfeld tut sich wieder was – vor allem dank zweier Teenie-Idole. Bei den Alben springt Boyzone-Mitglied Ronan Keating mit seiner ersten Solo-CD „Ronan“ aus dem Stand auf Platz zwei. Bei den Singles übernimmt Britney Spears mit „Lucky“ die Führung und landet damit ihre zweite Nummer eins nach „… Baby One More Time“ (1999).
Hinter Fräulein Spears entert Madonna mit „Music“ die deutsche Hitliste auf Position zwei. Direkt auf eins springt die Pop-Ikone damit in Großbritannien. Länger und steiniger ist der Weg an die Spitze in den USA. Hier klettert „Music“ als „Album Cut“ allein anhand der Radio-Einsätze von 18 auf 14. Als Single ist der Titel in den Vereinigten Staaten noch gar nicht veröffentlicht.
Die beiden meistverkauften Longplayer in Deutschland sind momentan Compilations. Bemerkenswert ist, dass hinter der 30. Folge des Hit-Kopplungs-Renners „Bravo Hits“ eine Genre-Zusammenstellung folgt. „Dream Dance Vol. 17“ von Sony Music Media ist in den Top 30 Compilations ebenso die Nummer zwei wie in der imaginären kumulierten Hitliste aus Top 100 und Compilation-Charts.
Der derzeit bekannteste Tiroler ist dreifach in der Singles-Hitliste dabei – unter zwei Pseudonymen. Als Anton feat. DJ Ötzi liegt Gerry Friedle mit „Gemma Bier trinken“ auf 45 und mit dem unverwüstlichen „Anton aus Tirol“ (52) im Rennen. Allein als DJ Ötzi rangiert er mit dem englischsprachigen Song „Hey Baby (Uh Ah)“ an 57. Stelle.
Thematisch geben sich die Charts geschichtsbewusst mit Reminiszenen ans alte Rom. „Rome Wasn’t Built In A Day“ berichtet Morcheeba auf Rang 78 der Singles-Hitliste, während sich eine Reinkarnation der begehrtesten Frau der Römerzeit, der Ägypterin Cleopatra, mit dem Titel „Come & Get Me“ auf 99 tummelt. Womit sich ein armer „Gladiator“ damals herumschlagen musste, untersucht ein Kino-Film, dessen Soundtrack bei den Alben auf Rang 87 liegt. Und die Gruppe Rosenstolz betreibt derweil die aktive Pflege der Sprache jener glorreichen wie blutrünstigen Epoche. Ihr lateinischer Song „Amo Vitam“ debütiert bei den Singles auf Position 19.
Nach dem Motto „klein, aber oho“ reüssieren in den USA Interpreten mit dem Namensvorsatz Lil‘ – quasi einer verkleinerten Variante des Adjektivs „klein“ respektive „little“. So platziert sich bei den Singles Lil Bow Wow feat. Xscape mit „Bounce With Me“ auf Rang 24. Auf Platz 60 folgt Ideal feat. Lil‘ Mo mit „Whatever“, während Lil‘ Mo im Alleingang mit „Ta Da“ Platz 97 einnimmt. Und dann ist da noch Lil‘ Kim, die mit der Single „No Matter What They Say“ Platz 86 und mit dem Album „The Notorious Kim“ Rang 35 belegt.





