Ausbilder bauen Stundenpläne um

Die Digitalisierung verändert auch die Anforderungen an die Akteure in der Musikbranche. Während klassische Aufgabenverteilungen verschwinden, entstehen neue Berufsbilder. MusikWoche fragte ausgewählte Bildungseinrichtungen, wie sie ihr Angebot immer auf dem neuesten Stand halten.

Die Digitalisierung verändert auch die Anforderungen an die Akteure in der Musikbranche. Während klassische Aufgabenverteilungen verschwinden, entstehen neue Berufsbilder. MusikWoche fragte ausgewählte Bildungseinrichtungen, wie sie ihr Angebot immer auf dem neuesten Stand halten.

„Wir beschäftigen immer nur aktive Fachkräfte und Experten aus der Musikindustrie als Tutoren und achten stets darauf, dass wir eng mit Unternehmen, Herstellern und Technologieunternehmen der Branche zusammenarbeiten“, erklärt Robert Witoschek, Business Development Manager am British Irish Modern Music Institute (BIMM): „Außerdem überprüfen wir regelmäßig unsere Lehrpläne und Kursprogramme, um sicherzustellen, dass diese immer auf dem neuesten Stand sind und unseren Studierenden eine aktuelle und praxisbezogene Realität vermitteln. “ Dies geschieht laut Witoschek etwa durch Einblicke in das Netzwerk von Tutoren aus der gesamten BIMM-Gruppe und die wöchentliche Auswertung des Studierenden-Feedbacks. „Darüber hinaus organisieren wir wöchentliche Masterclasses und Gastvorträge für unsere Studierenden, um zu gewährleisten, dass jederrzeit sehr neue, außergewöhnliche und innovative Themen direkt von Führungskräften aus diesen Bereichen behandelt werden.“

Blended Learning und E-Learning

Eine postgraduale Weiterbildung wie der Masterstudiengang Music Management an der Donau-Universität Krems verfolgt einen mehrstufigen Ansatz, wie Eva Maria Stöckler, Direktorin am Zentrum für Zeitgenössische Musik der Donau-Universität, erläutert: „Vortragende aus der Musikwirtschaft bringen die aktuellsten Entwicklungen aus ihren Berufsfeldern in ihre Lehrveranstaltungen ein. Die Studenten, die selbst in verschiedenen Berufsfeldern der Musikwirtschaft tätig sind, kommen mit sehr konkreten Problemlagen und Herausforderungen nach Krems.“

Im Zusammenspiel mit Experten aus der Musikwirtschaft, den Erfahrungen der Studierenden sowie der Studienleitung entsteht laut Stöckler ein permanenter Austausch zu den neuesten Entwicklungen, sodass eine aktuelle, an den Innovationen der Branche orientierte Ausbildung sichergestellt sei. „Die Berufsbilder der Musikwirtschaft sind in einem fortwährenden Wandel begriffen, der sich auch in innovativen methodischen Ansätzen in der Weiterbildung niederschlägt: So werden in den letzten Jahren verstärkt partizipative Lehrformate, Blended Learning und E-Learning eingesetzt, aber auch explizit Vortragende eingeladen, die an den entscheidenden Stellen im Music Business tätig sind“, sagt Stöckler. Darum hat sie das Studienprogramm zuletzt um Themen wie Blockchain, neue Entwicklungen auf dem Livesektor oder rechtliche Rahmenbedingungen internationaler Musikmärkte wie in Asien erweitert.

„Aufgrund der engen internationalen Vernetzung des Music Business wird der Studiengang Music Management seit einigen Jahren ausschließlich in englischer Sprache angeboten.“ Für Holger Schramm, Leiter des Arbeitsbereichs Medien- und Wirtschaftskommunikation an der Universität Würzburg, ist die Musikbranche ein spezieller Teil der Medienbranche, wo durch die fortschreitende Digitalisierung permanent neue Berufsbilder entstehen: „Auch für die eher „klassischen“ Managementberufe in dieser Sparte wird es zunehmend unerlässlich, ein technisches Grundverständnis von der Funktion digitaler Medien zu haben, um Implikationen und Potenziale digitaler Wertschöpfungsprozesse besser abschätzen zu können.“ Daher habe er diese technische Komponente im Studiengang Medienkommunikation durch Lehrangebote im Bereich „Medieninformatik“ und „Digitale Medien“ von Beginn an bewusst fest verankert.

„Obwohl als universitärer Studiengang natürlich primär wissenschaftlich angelegt, gibt es bei uns Lehrangebote im Bereich der digitalen Medien- und Musikproduktion. Seit Beginn des Jahres steht uns dafür unter anderem ein crossmediales Redaktionssystem zur Verfügung.“ Im Bereich „Medienpraxis“ lernen die Studierenden wiederum von Experten aus der Medien- und Musikbranche, in aktuellen digitalen Berufsszenarien zu denken und zu planen. Dort hat die Universität Würzburg seit zwei Jahren Vorlesungen wie „Psychologie der Online- und Mobilkommunikation “ im Programm. „Unser Schwesterstudiengang „Human-Computer- Interaction“ setzt noch mal einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der digitalen Arbeitswelten. Die neuen Berufsbilder der Medienund Musikbranche erfordern meines Erachtens eine Ausbildung über klassische Fächergrenzen hinaus. Genau deshalb haben wir unsere Studiengänge interdisziplinär angelegt. Und auch der Name unseres Instituts „Mensch-Computer-Medien“ trägt dem Rechnung.“

Was Hubert Wandjo (Popakademie Baden-Württemberg), Stefan Schulte-Holthaus (Hochschule Macromedia), Lene Eckert (Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft) und Tobias Dickmann (Wave Akademie für Digitale Medien) zum Thema sagen, lesen Abonnenten in MusikWoche Heft 09/2019 oder hier.

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