Fünf Monate nachdem sich Sony BMG außergerichtlich mit der Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New York geeinigt hat, lässt sich auch die Warner Music Group (WMG) auf einen Vergleich mit Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer ein. Warner gesteht damit als zweiter Major seine Payola-Praxis, bei EMI und Universal laufen die Ermittlungen offenbar noch. „Ich beglückwünsche Warner Music zu seiner Entscheidung, diesem illegalen Verhalten ein Ende zu bereiten“, erklärte Spitzer am 22. November. „Leider gibt es noch andere Firmen, die noch nicht zu diesem Entschluss gelangt sind.“
Die WMG gelobte im Zuge des Vergleichs schriftlich Besserung und bezahlt nun fünf Mio. Dollar Strafe. Laut den Ermittlern hat Warner Music regelmäßig mit verdeckten Geld- und Sachleistungen Einfluss auf die musikalische Programmgestaltung bei amerikanischen Radiosendern genommen. Neben direkter Bestechung von Programmdirektoren hatte die WMG auch Betriebskosten einzelner Sender übernommen und hochwertige Sachpreise für Gewinnspiele zur Verfügung gestellt.
Abgesehen von der Höhe der Strafe ist der Payola-Fall von Warner nahezu deckungsgleich mit dem von Sony BMG, sogar die Begünstigten der Bestechung sind in Einzelfällen dieselben. Warner hat bereits einen Teil der von Spitzer geforderten Änderungen in der Radiopromotion umgesetzt, erklärte WMG-Sprecher Will Tanous. „Wir sind der Ansicht, dass die Ermittlungen für uns nützlich waren.“







