Jean-René Fourtou, Chairman und CEO von Vivendi Universal, hat bei einer Rede vor den Vereinten Nationen zum weltweiten Kampf gegen Produktpiraterie aufgerufen. Vor US-Industrievertretern aus den Bereichen Petrochemie, Pharma, Software und Verbaucherprodukte erklärte Fourtou: „Die illegalen Aktivitäten geraten außer Kontrolle. Sie sind wie ein Krebsgeschwür. Es ist unerlässlich, dass sich die Industrien zusammenschließen und auf globaler Ebene aktiv werden“. Anwesende beschrieben seine Rede als einen Aufruf, um eine kritische Masse von branchenübergreifenden, internationalen Unterstützern zu erreichen und so gegenüber den Gesetzgebern mit einheitlichen Forderungen auftreten zu können.
Die International Chamber of Commerce, die Fourtou als Chairman anführt, teilte mit, dass Produktpiraterie nicht nur enorme Summen an Steurgeldern verschlinge, sondern auch auf die Kreativität sowie Gesundheit und Sicherheit negative Auswirkungen habe und Arbeitsplätze vernichte. Die dadurch entstehenden Kosten für die Wirtschaft eines Landes seien noch wesentlich drastischer als die Verluste einzelner Firmen. Die Produktpiraterie beschränke sich dabei bei weitem nicht auf Medienprodukte wie DVDs oder CDs. Das Problem sei deutlich umfangreicher und beträfe ebenso Flugzeugteile, Lebensmittel und Medikamente und stelle gerade in Entwicklungsländern eine massive Bedrohung der nationalen Wirtschaft dar.
Eines der Hauptprobleme bei einem geschlossenen Vorgehen gegen Produktpiraterie stelle dabei das Fehlen von verlässlichem Zahlenmaterial dar. Die ICC geht davon aus, dass Piraterie jährlich weltweit Kosten von rund 600 Mrd. Dollar verursacht und damit fünf bis sieben Prozent des Welthandelsvolumens ausmacht. Die Zahlen beruhen dabei auf Schätzungen; verlässliche Untersuchungen und Statistiken existieren bislang nicht.






