Recorded & Publishing

UMeD-Künstler erhalten 25 Prozent

Künstler, die bei Universals neuem Digitallabel unterschreiben, müssen mit anderen Konditionen rechnen, als beim Standardplattenvertrag. Es gibt zwar keinerlei Vorschüsse, dafür behalten die Acts auch ein Viertel der Einnahmen – ohne Abzüge.

Künstler, die bei Universals neuem Digitallabel unterschreiben, müssen mit anderen Konditionen rechnen, als beim Standardplattenvertrag. Es gibt bei Universal Music Enterprises Digital (UMeD) zwar keinerlei Vorschüsse für die Produktion, dafür behalten die Acts auch ein Viertel der Einnahmen – ohne Abzüge für Verpackung und Promotionausgaben. Von einem Downloadverkauf bei iTunes wandern also 25 Prozent des Labelanteils an die Künstler: Bei geschätzten 67 Cent pro Titel im Apple Store sind das 16,75 Cent. Im Gegenzug müssen die Bands jedoch ihre Masterbänder fertig produziert bei UMeD abliefern. Das heißt aber auch, dass sie die Rechte an den Masters behalten und sie lediglich für einen bestimmten Zeitraum an Universals Digitallabel lizenzieren. Erst wenn Titel eine bestimmte Größenordnung an Downloads verkauft haben (angeblich rund 5000 pro Song), hat UMeD die Option, das Material auch auf physischen Datenträgern im Handel zu veröffentlichen. Bis dahin steht es den UMeD-Künstlern frei, ihre selbst hergestellten CDs im Eigenvertrieb oder über Amazon zu verkaufen.

UMeD liefert die Songs seiner Vertragskünstler an alle gängigen Downloadshops und mobilen Verkäufer. Zudem übernimmt Universal Publishing die Auswertung der Kompositionen für Film, Fernsehen und Werbung. Das Konzept soll schon bald Nachahmer finden, Presseberichten zufolge will Warner Music demnächst auch ein reines Digitallabel ins Leben rufen. Mit dem aktuellen Album der Band Secret Machines hatte Warner zuletzt bereits mit einer digitalen Erstveröffentlichung experimentiert. Für UMeD-President Bruce Resnikoff war die Gründung des Digitallabels ein logischer Schritt, „schließlich wird die US-Branche in diesem Jahr über 100 Mio. Downloads verkaufen“. Er jedenfalls könne sich sehr wohl vorstellen, dass alle anderen Majors demnächst denselben Weg beschreiten werden. Noch ist unklar, ob Universal dieses Vertragsmodell auch außerhalb des US-Markts einführen will.

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