Recorded & Publishing

Tonträgermarkt setzte 2004 weltweit 33,6 Mrd. Dollar um

Die weltweite Musikbranche verbuchte im letzten Jahr nach Umsatz und Verkaufszahlen ein kleines Minus. Doch die IFPI-Statistiker um Chairman John Kennedy sehen ihre Jahresbilanz positiv: Einschließlich digitaler Musikverkäufe über Internet und Handy habe sich das Geschäft stabilisiert.

Die weltweite Musikbranche verkaufte im letzten Jahr 0,4 Prozent weniger Tonträger und machte damit einen um 1,3 Prozent geringeren Umsatz als im Jahr 2003. Doch die Statistiker des Weltverbands IFPI um Chairman John Kennedy sehen ihre Jahresbilanz 2004 positiv: Einschließlich digitaler Musikverkäufe über Internet und Handy habe sich das Geschäft der Branche stabilisiert: Auch ohne das Digitalgeschäft habe die Branche die beste Bilanz der letzten fünf Jahre eingefahren. Allerdings, so erklärte Kennedy, sei es „noch ein langer Weg“ bis hin zu zufriedenstellenden Zuwachsraten.

Insgesamt beliefen sich die Umsätze mit physischen Trägern auf 33,6 Mrd. Euro. Dafür mussten Handel und Labels 2,76 Mrd. Einheiten absetzen. Besonders die Bestseller konnten ihre Verkaufszahlen verbessern: Die Top-Ten-Alben legten bei den Umsätzen um 14 Prozent, die Top-50-Alben um acht Prozent zu.

Immerhin acht Alben konnten mehr als fünf Mio. Einheiten verkaufen: Ushers „Confessions“, „Feels Like Home“ von Norah Jones, Eminems „Encore“, „How To Dismantle An Atomic Bomb“ von U2, Avril Lavignes „Under My Skin“, die „Greatest Hits“ von Robbie Williams und Shania Twain sowie „Destiny Fulfilled“ von Destiny’s Child. Unter den 50 weltweit bestverkauften Alben befinden sich genau zwei Platten, die nicht aus dem angelsächsisch-amerikanischen Kulturkreis stammen: Die „Single Collection“ des japanischen Superstars Utada Hikaru (Platz 19) und „Common Jasmine Orange“ des taiwanesischen Popidols Jay Chou (Rang 42).

Besonders die Erholung in den drei größten Musikmärkten sorgte für die ermutigende Jahresbilanz: In den USA stiegen die Umsätze um 2,6 Prozent auf 12,15 Mrd. Dollar, in Japan und Großbritannien sanken die Umsätze nur noch um 1,8 bzw. 1,6 Prozent auf 5,17 Mrd. und 3,51 Mrd. Dollar. Diese drei Märkte machen zusammen rund 62 Prozent des weltweiten Tonträgerumsatzes aus und dürfen somit als Stützpfeiler der Trendwende gelten.

Besonders beruhigend ist die Tatsache, dass der Verkauf von CDs, dem weiterhin wichtigsten Trägerformat, wieder zulegt. In den USA stiegen die Absatzzahlen um 2,8 Prozent, in UK sogar um 4,5 Prozent – zusammen sind diese Verkäufe für beinahe die Hälfte der Weltumsätze gut. Aber auch die DVD trug zur Stützung des Musikgeschäfts bei: Die Umsätze stiegen um 23,2 Prozent auf 2,6 Mrd. Dollar, der Absatz legte um 24 Prozent auf rund 180 Mio. Einheiten zu.

Mehr zum Thema