Konzernchef Gunter Thielen rechnet bei Bertelsmann in den kommenden Jahren mit Zuwächsen: „Wir haben ein Wachstumspotenzial von fünf bis acht Prozent jährlich“, sagte er im Gespräch mit dem „Spiegel“. Ein Börsengang sei dafür nicht notwendig: „Wir brauchen und wollen kein fremdes Geld von der Börse. Mit einer Umsatzrendite von anvisierten zehn Prozent können wir wunderbar aus uns selbst heraus wachsen.“
Auch die Belastungen in Höhe von derzeit rund acht Milliarden Euro, teils angehäuft durch den Rückkauf der GBL-Anteile, habe Bertelsmann im Griff: „Am Jahresende werden es auch Dank des Verkaufs unserer Musikverlage noch rund sechseinhalb sein, Ende 2007 fünfeinhalb.“ Das liege „in Übereinstimmung mit unseren Zielgrößen“.
Die Unternehmensberater von Boston Consulting hätten kürzlich den Kurs des Konzerns rund ums TV- und Dienstleistungsgeschäft bestätigt, sagte Thielen: „77 Prozent unseres Geschäfts werden demnach heute schon in den wichtigen Wachstumsbereichen generiert, wie etwa im Fernsehen.“ So will Thielen u.a. das Inhaltegeschäft in Zusammenarbeit mit Firmen wie Freemantle künftig weiter ausbauen. „RTL ist heute Kerngeschäft“, ergänzte er. Auch die Dienstleistungssparte Arvato sei „ein Riesengeschäft“.
Allerdings hätten die Unternehmensberater Nachholbedarf im Musikbereich Sony BMG und bei mobilen Inhalten ausgemacht: „Wir wissen, dass wir unser Musikgeschäft, das wir mittlerweile gemeinsam mit Sony betreiben, besser positionieren müssen. Dass rund ums Mobilfunkgeschäft investiert werden muss in Inhalte, Technik, Dienstleistungen.“






