Wer mittels Bot-Streams auf selbsterstellte KI-Songs Tantiemen generiert, begeht eine Straftat. Das stellte ein New Yorker Gericht in Manhattan am 6. Oktober 2026 fest. Michael Smith hatte auf genau diese Art und Weise rund acht Millionen Dollar an Tantiemen für sich selbst generiert und muss nun etwas mehr als diesen Betrag als Strafe zahlen. Zusätzlich verurteilte das Gericht Smith zu 18 Monaten im Gefängnis mit zwei Jahren sogenanntem „supervised release“.
Wie New Yorks Staatsanwalt Jamie McDonald bekanntgab, habe der Betrug durch Michael Smith von 2017 bis 2024 gedauert. Um möglichst unentdeckt zu bleiben, erstellte der Verurteilte wohl zehntausende Bot-Accounts, die er darauf programmierte, von ihm selbst erstellte und veröffentlichte KI-Songs abzurufen. Durch die Verteilung auf die vielen konnte er so lange unbemerkt große Summen an Geld aus dem Streamingsystem abziehen.
„Michael Smith hat Technologien der Künstlichen Intelligenz missbraucht, um einen Betrug zu begehen“, erklärte McDonald. „Indem er Streamingplattformen mit automatisierten Bots anstelle von Verbrauchern und gefälschten Songs anstelle von kreativen Werken überschwemmte, hat Smith echten Künstler:innen Tantiemen in Millionenhöhe vorenthalten. Diese Behörde setzt sich dafür ein, die Integrität aller Märkte zu gewährleisten und die Öffentlichkeit vor denen zu schützen, die Künstliche Intelligenz für betrügerische Zwecke nutzen.“
Die RIAA, der Zusammenschluss der US-Recorded-Industrie, erklärte zum Urteil: „Streaming-Betrug schadet den Urheber:innen und täuscht die Fans. Wir begrüßen es, dass das Gericht die Tragweite dieses schädlichen Verhaltens und die unrechtmäßig erzielten Gewinne anerkennt, die auf Kosten echter Künstler:innen, Songwriter und ihrer Label-Partner gehen.“
Auch die IFPI, also der weltweite Verband der Major-Labels, begrüßt die Entscheidung: „Dieses Ergebnis sendet eine klare Botschaft: Streaming-Betrug ist eine Straftat und hat schwerwiegende Konsequenzen. Die Strafverfolgung ist jedoch nur ein Teil der Bekämpfung von Streaming-Betrug – wir müssen betrügerische Aktivitäten auch verhindern, aufdecken und unterbinden.“
Die IFPI startete jüngst die ‚Streaming Integrity Initiative‘, die Künstler:innen, Rechteinhaber und Fans schützen soll und das Problem mit Streaming-Betrug auf Vertriebsebene angeht.






