Goebel glaubt nicht, dass es eine Blütezeit des deutschen HipHops gegeben hat: „Das kann man so nicht sagen, da es nie eine „Blütezeit“ gegeben hat. Die Periode, die vor ein paar Jahren so genannt wurde, war vor allem eine Zeit in der viel Geld geflossen ist und alles unter Vertrag genommen wurde, was drei Reime kannte und mit irgendeinem Rapper befreundet war. Künstlerisch hat diese Epoche dem Ruf des deutschen HipHop sehr geschadet. Ich sehe heute eine Konsolidierungsphase, die dem HipHop-Markt gut tut. Man kann den Fans nicht erzählen, dass sie noch weitere 25 Alben kaufen sollen, da sie ganz genau wissen, was sie wollen und nicht blind alles kaufen, wo die Industrie HipHop draufschreibt.
Fakt ist, dass die Zielgruppe in diesem Segment überschaubar ist. Und man kann sie nicht mit Gewalt vergrößern, wie das in der Vergangenheit versucht wurde. Wir als Industrie müssen eine gewissenhafte Auswahl unser Acts vornehmen. Das bedeutet im einzelnen, den Markt sehr genau zu beobachten, schauen, wo etwas passiert und dann mit einem kompetenten Team die richtigen Entscheidungen treffen.
Bei der aktuellen Lage müssen wir einerseits sehr kühl kalkulieren, dürfen andererseits aber auch nicht vergessen, dass es um Emotionen geht. Das Verhältnis zwischen Musik und Zielgruppe muss einfach stimmen.“





