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Sony BMG unterschreibt bei Snocap

Nach Universal hat sich nun mit Sony BMG der zweite Major offiziell zu einer Zusammenarbeit mit Snocap bereit erklärt. Der Vertrag mit der Clearing-Stelle für legitime P2P-Anwendungen war erwartet worden. Damit können Filesharer über die P2P-Applikation Mashboxx demnächst Titel der beiden größten Repertoireanbieter tauschen.

Nach Universal Music hat sich nun mit Sony BMG der zweite Majorkonzern offiziell zu einer Zusammenarbeit mit Snocap bereit erklärt. Der Vertrag mit der zentralen Clearing-Stelle für legitime P2P-Anwendungen war erwartet worden, nachdem Chairman Rolf Schmidt-Holtz bereits im November entsprechende Andeutungen gemacht hatte. Damit können Filesharer zunächst über die P2P-Applikation Mashboxx bald Titel der beiden größten Repertoireanbieter tauschen.

In den USA verfügen Sony BMG und Universal zusammen beinahe über 60 Prozent Marktanteil; Snocap hat sich bisher allerdings auch Lizenzen von mehr als einem Dutzend Independentlabels gesichert. Mit EMI und Warner verhandelt man derzeit. Der Betatest des Systems läuft noch. Eigentlich war der Start für März geplant, doch nun sind die Snocap-Mitarbeiter in den kommenden Wochen mit der Einspeisung der Sony-BMG-Titel beschäftigt. Auf einen offiziellen Starttermin der durch Snocap legalisierten Tauschbörse Mashboxx lässt sich deshalb derzeit niemand festlegen.

Dennoch erwarten die Entscheider bei Sony BMG enorme Zuwächse im digitalen Vertrieb durch die Zusammenarbeit mit Snocap: „Dank der innovativen Lösungen von Snocap werden wir Urheberrechtsverletzungen besser eindämmen können“, gibt sich Dr. Thomas Hesse zuversichtlich. Der President Global Digital Business bei Sony BMG ist vom Team um Shawn Fanning, dem Erfinder der ursprünglichen Napster-Version und heute Chief Strategy Officer von Snocap, ebenso überzeugt wie Konzernchef Andrew Lack, der sich von Snocap den nötigen Schutz seiner Inhalte verspricht, den er für künftiges Wachstum im Digitalgeschäft braucht. „Wir müssen diese Filtersysteme zur Anwendung bringen“, so Lack. „Sie existieren, sie funktionieren und sie stellen eine echte Lösung für das Piraterieproblem dar.“

Mithilfe von Snocap sollen P2P-Systeme in legale Vertriebe umgewandelt werden. Dabei soll ein Zentralrechner für Metadaten (vor allem in Form von akustischen Fingerabdrücken) Rechteinhabern ermöglichen, kooperierenden Filesharing-Netzen und auch anderen Internetanwendungen wie Onlineshops oder Fanblogs die Lizenzen an urheberechtlich geschütztem Material zu erteilen. Daten, die in diesen Netzwerken angeboten werden, werden vor einer Übermittlung von einem Computer an einen anderen mit den Fingerabdrücken in der Snocap-Datenbank verglichen. Dabei sollen die von den Rechteinhabern vorher festgelegten Nutzungsbedingungen aktiviert werden. Bislang hat sich nur Mashboxx zum Snocap-Konzept bekannt, doch weitere P2Ps sollen sich in den kommenden Monaten anschließen.

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