Das deutsche Unternehmen Nutzwerk hat einen Echtzeit-Datenfilter entwickelt, der die Anonymität von Tauschbörsennutzern garantieren soll. SaferSurf verhindert nach Aussage der Hersteller das „Ausspionieren“ von IP-Adressen, indem bei jeder neuen Verbindung zum Herunterladen von Dateien ein anderer Proxy-Server aus Hunderten von weltweit angeordneten Servern verwendet wird. So erhalte ein möglicher „Mitlauscher“, der die IP-Adresse speichern will, IP-Adressen von Proxy-Servern, die keiner Person zugeordnet werden könnten.
„Wir wissen, dass in Tauschbörsen ständig Urheberrechtsverletzungen vorkommen. Trotzdem sind wir überzeugt, dass die Peer-to-Peer-Technologie nicht pauschal kriminalisiert werden darf. Die Nutzer einer solchen Technologie haben ein Recht auf Anonymität und Datenschutz“, erklärt René Holzer, Geschäftsführer Nutzwerk und Erfinder von SaferSurf. Das Speichern und die Herausgabe von Personendaten lehnt Holzer auch bei Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen ab: „Die Internetprovider versuchen mit einem Trick, das Datenschutzgesetz zu umgehen. Eine Speicherung von Nutzungsdaten ist in Deutschland unzulässig.“ Der Datenschutz in Deutschland werde immer weiter verwässert, beklagt Holzer.
Dr. Hartmut Spiesecke, Sprecher des Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, lässt sich von SaferSurf nicht aus der Ruhe bringen: „Ich sehe das sportlich. Jedes aktive Vorgehen gegen Piraterie provoziert neue Technologien, um sich gegen dieses Vorgehen zu wehren. Aber darauf gibt es dann auch schnell eine technologische Antwort“, so Spiesecke. Er habe keine Lust, eine Diskussion über Technologien zu führen. Von Bedeutung sei letztlich, dass da, wo es ein illegales Angebot gebe, beim Up- und Download dieses Angebots eine technische Verbindung bestehe. „Wo eine technische Verbindung besteht, gibt es immer die Möglichkeit, diese zurückzuverfolgen“, erklärte Spiesecke.






