Recorded & Publishing

RTL droht Beanstandung wegen „DSDS“

Die Kommission für Jugendmedienschutz hält an ihrer Kritik am RTL-Format „Deutschland sucht den Superstar“ fest. Nach einer Anhörung wird die Niedersächsische Landesmedienanstalt nun eine Beanstandung aussprechen.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hält an ihrer Kritik am RTL-Format „Deutschland sucht den Superstar“ fest. Nach einer Anhörung mit Vertretern des Senders wird die zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) aufgrund eines entsprechenden KJM-Beschlusses nun eine Beanstandung aussprechen.

Nach dem Gespräch, an dem der RTL-Jugendschutzbeauftragte Dieter Czaja sowie Unterhaltungschef Tom Sänger und Dr. Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik, teilnahmen, entschied die KJM, dass RTL in einigen am Nachmittag ausgestrahlten Wiederholungssendungen gegen die Jugendschutzbestimmungen verstoßen habe. „Beleidigende Kommentare der Jury sowie die redaktionelle Aufbereitung und Inszenierung der Auftritte einiger Kandidaten waren geeignet, die Entwicklung von Kindern unter zwölf Jahren zu beeinträchtigen“, heißt es in der Begründung. In einem Massenmedium sei vorgeführt worden, wie Menschen herabgesetzt, verspottet und lächerlich gemacht werden. „Antisoziales Verhalten wird auf diese Weise als Normalität dargestellt.“

Nach Angaben der KJM hatte RTL bereits vor der Anhörung in einer schriftlichen Stellungnahme eingeräumt, „dass Dieter Bohlen Kandidaten in zum Teil grenzwertiger Weise bewertet“. Allerdings sähen die Programmverantwortlichen die Sendung nicht als Verstoß gegen die Jugendschutzbestimmungen. Die RTL-Vertreter hätten stattdessen den Unterhaltungscharakter der Sendungen und den „Drang zur Selbstdarstellung der Kandidaten betont“. Die Kandidaten würden zudem auch über die redaktionelle Gestaltung ihres Auftritts umfassend aufgeklärt.

Die Jugendschützer warfen zudem ein kritisches Auge auf die zur Prime Time ausgestrahlten Sendungen und kritisierten vor allem, dass diese nicht vorab von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) geprüft würden. „Die KJM erwartet, dass künftig bereits in den Produktionsprozessen die Vorlage bei der FSF eingeplant wird und eine intensive Diskussion über mögliche Jugendschutzprobleme stattfindet.“ Die KJM betonte allerdings auch den konstruktiven Charakter der Gespräche mit dem Sender.

Mehr zum Thema