Recorded & Publishing

Nischenmarkt macht A-Musik krisenfest

Ein anspruchsvolles Programm in Verbindung mit einer entspannten Atmosphäre und großem Fachwissen. Damit wurde A-Musik in Köln nach Auskunft von Gründer Georg Odijk zu einer bekannten Adresse in Sachen experimenteller Musik.

“Viele sind überfordert. Den meisten ist 90 Prozent dessen, was hier steht, unbekannt“, sagt Georg Odijk, Gründer und Inhaber von A-Musik über seine Kunden. Der Shop in der Kölner Innenstadt entstand 1995 aus dem ebenfalls von Odijk unter gleichem Namen geführten Versandgeschäft. Zu A-Musik gehören zudem Label und Vertrieb. „Das Label ist im Gesamtverbund aber am unwichtigsten“, erläutert der Inhaber. Der Vertrieb soll künftig mehr Präsenz bekommen: Odijk will die Kooperation mit PhonoNet erweitern, damit auch andere Händler das Angebot von A-Musik erfassen können. Das Geschäft hegt und pflegt Experimentelles von Free Jazz über Neue Musik und Elektronika bis hin zu Progressive- oder Indie-Rock. Die Auswahl sei zum Teil sehr persönlich, erläutert Odijk.

Der Laden ist im kleinen A-Musik-Netzwerk räumliches Zentrum und Visitenkarte zugleich. Der erste Laden am Brüsseler Platz kam mit gerade 20 Quadratmetern Verkaufsfläche aus, nach dem Umzug vor rund zweieinhalb Jahren kommen die freundlicheren Geschäftsräume nun auf immerhin 60 Quadratmeter. „Beratung machen wir auch. Aber wir rennen nicht auf jemanden zu, sondern geben Tipps, wenn es gefragt ist“, erläutert Odijk die Firmenpolitik. Auf Werbung setzt er kaum, schaltet nur ab und zu Anzeigen in der halbjährlich erscheinenden Zeitschrift „Testcard“ oder in Fanzines. Odijk und seinen drei Mitarbeitern hilft die Mundpropaganda der Kundschaft und das Listing in Internet-Suchmaschinen viel mehr, denn schließlich scheuen sich auch Kunden aus dem angrenzenden Ausland nicht, den Laden in Köln zu besuchen. Die Auswahl und ein moderates Preisgebaren machten A-Musik zu einem krisenfesten Geschäftskonzept. Allerdings sieht Odijk in der zunehmenden Veröffentlichungsflut ein Problem, das bis in den Nischen-Sektor hereinreicht.

„Wir könnten hier ein Vielfaches an Ware hinstellen und wären immer noch nicht komplett. Als Händler ist man da überfordert“, klagt er. Dennoch weist A-Musik seit mittlerweile sieben Jahren solide und konstante Umsätze aus. Der Laden blieb von jeglicher Krise verschont, was laut Odijk am speziellen Angebot und der Herangehensweise an die Klientel liegt. Das schönste Kompliment, erzählt er, habe er von einem Kunden bekommen, der sich bei A-Musik fühlte, als besuche er jemanden zu Hause und schaue die Plattensammlung durch.