Recorded & Publishing

„Musik als Wirtschaft“: Gemeinsam das Unrechtsbewusstsein verstärken

Die aktuellen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Sachen Verwertung und Nutzung von Musik beschäftigte eine weitere Diskussionsrunde im Rahmen des Kongresses „Musik als Wirtschaft“.

Gerd Gebhardt, Vorsitzender der Phono-Verbände, und Dr. Hans-Herwig Geyer, Leiter Kommunikation der GEMA, stellten das zentrale Anliegen der Branche heraus: Sie müsse das Unrechtsbewusstsein stärken. „Die Musik wird auf alle Fälle überleben. Aber die Verwertungsgesellschaften müssen einen finanziellen Anteil aus ihrem Erlös erhalten“, erklärte Geyer. Gebhardt würde die Konsumenten am liebsten auf die simple Tatsache hinweisen, dass illegales Kopieren von Tonträgern und der unerlaubte Download von Songs aus dem Internet Diebstahl sei. Denn: „Klauen ist klauen.“

Der oft gehörten Forderung nach einer Verbilligung von CDs erteilte er eine deutliche Absage. Ihren Preis zu senken sei „vollkommener Aberwitz“, da die CD schon jetzt das günstigste Unterhaltungsmedium darstelle. Produzent Leslie Mandoki setzt dagegen auf Emotionen beim Vermarkten von Musik. In seiner Rede legte er dar, dass die Album-Kultur gelitten hat: „Was sich heute Album nennt, ist meist nicht mehr als eine Sammlung gescheiterter Singles-Vorschläge“, stellte Mandoki fest.

Seiner Meinung nach gibt es keinen rationalen Grund, Tonträger zu kaufen, dafür aber einen emotionalen. Deshalb müsse aus einer schnöden „Scheibe“ wieder ein hochwertig aufgenommenes und ansprechend verpacktes Gesamtkunstwerk werden. Auch der Niedergang der Tonstudios in Deutschland habe seinen Teil dazu beigetragen, dass deutsche Produktionen derzeit selten Weltruhm erlangen.