“Die Reform ist ein ehrgeiziges Vorhaben mit einem sehr engen Zeitplan, aber ich bin mir sicher, sie vollziehen zu können“, wird Mario Monti zitiert. Der Wettbewerbskommissar will bis zum Jahresende die kartellrechtlichen Bestimmungen für die Fusion von international agierenden Unternehmen transparenter gestalten und praktische Richtlinien zur Untersuchung von Fusions-Vorhaben verfassen. Monti reagiert damit auf die immer lauter werdende Kritik, die seine tendenziell fusionsfeindlichen Entscheidungen als zu strikt bewertet. Der Zusammenschluss von BMG und EMI war vor allem am energischen Widerstand Montis gescheitert. Mit der Ankündigung der Reform bis zum Jahresende erhalten Spekulationen neue Nahrung, nach denen die beiden Unternehmen immer noch mit einer Fusion liebäugeln.
Auf regionaler Ebene ist die Zusammenarbeit der Engländer und der Deutschen bereits Wirklichkeit: In Griechenland übernahm EMI per Lizenz-Deal vor kurzem das komplette Repertoire von BMG. Laut Maarten Steinkamp, Executive Vice President für Kontinental- und Osteuropa bei BMG, ein „fantastischer Schritt“. Zufrieden äußerte sich auch Emmanuel de Buretel, Chairman & CEO von EMI Recorded Music Continental, über die neue Partnerschaft: „Die vielen herausragenden BMG-Künstler werden den Künstlerstamm von Capitol und Virgin perfekt ergänzen“, erklärte de Buretel.





