Auch ohne Bilanzpressekonferenz scheint BMG sehr daran gelegen, die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres zu verkünden. Am 25. März wird Bertelsmann die Zahlen des Gesamtkonzerns veröffentlichen, schon jetzt ist bekannt, dass die Musiksparte ihren weltweiten Marktanteil von 8,2 auf nunmehr 9,9 Prozent erhöhen konnte. Dieses „Rekordergebnis“ sei nach dem Abbau von 1500 Mitarbeitern und den Verkaufserfolgen von Acts wie Pink und dem Elvis-Best-Of-Album erzielt worden. Das bestätigte BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz am gestrigen Dienstag. Recht viel deutlicher wurde er in Bezug auf Betriebsergebnisse jedoch nicht. Allenfalls zu einer Einschätzung bezüglich des Sparpotenzials ließ er sich gegenüber Reuters hinreißen: Die reformierte Unternehmensstruktur werde die Verwaltungskosten deutlich um einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag senken. Trotzdem werde die künftige Marktentwicklung das BMG-Ergebnis im Jahr 2003 stark belasten. Das Erschließen von neuen Erlösquellen sei deshalb unumgänglich, so Schmidt-Holtz. „Die Musikindustrie schafft mit viel Aufwand eine Marke, danach partizipiert sie aber nur noch am CD-Verkauf. Wir müssen uns in der Wertschöpfungskette neue Möglichkeiten der Einnahmen schaffen.“ Künftig will BMG zum Beispiel auch an den Merchandising- und Konzerteinnahmen verdienen. Das funktioniere allerdings nur in Partnerschaft mit den Künstlern. Zudem widersprach Schmidt-Holtz erneut der Interpretation von Branchenbeobachtern, Ex-Europa-Chef Thomas Stein sei bei der jüngsten Umstrukturierung degradiert worden. BMG Europe habe im Jahr 2002 die Verwaltungskosten um 15 Prozent gesenkt und das Ergebnis um 700 Prozent gesteigert. Stein, der derzeit vor allem als Jury-Mitglied bei der TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ auf dem Bildschirm zu sehen ist, habe bereits vor einem Jahr die neue Struktur mitentwickelt und geprägt.
“ (28.01.03)
“ (23.01.03)






