Der neue IFPI-Chef John Kennedy hat öffentlich vorgerechnet, dass die Musikbranche ein Industriezweig mit einer der größten Investitionsquoten ist. Und weil beim erfolgreichen digitalen Geschäft nicht nur die Musikbranche gut verdient, gelte es, diese durch Investition entstandenen Inhalte künftig besser zu schützen.
Im Rahmen seines Auftritts vor der European Telecommunications Network Operators Association (ETNO), der europäischen Vereinigung der Telekommunikationsfirmen, erklärte Kennedy, dass die Musikwirtschaft 15 Prozent ihres Geschäftskapitals für Forschung & Entwicklung – im Musikjargon A&R – ausgibt. Das sei deutlich mehr, als z.B. in der Luftfahrt (4,6 Prozent), Chemie (4,1 Prozent), im Gesundheitswesen (7,2 Prozent), im Bereich IT-Hardware (9,5 Prozent) oder in der Computersoftwarebranche (10,3 Prozent) investiert wird.
Zudem betonte der IFPI-Chef, dass sich besonders im Musikgeschäft der Begriff Investition nicht ausschließlich auf Forschung & Entwicklung beschränken lässt. Geschätzte weitere 15 Prozent ihrer Umsätze steckten Plattenfirmen nämlich zusätzlich ins Marketing ihrer Produktionen. „In der Musikwelt ist ein neues Lied, das nicht vermarktet wird, vielleicht ganz nett – womöglich sogar großartig. Aber solange es nicht erfolgreich vermarktet wird, wird daraus kein Geschäft.“
Dank dieser Investitionen entstünden Werte, die geschützt werden müssen, damit der Kreislauf von Produktion und Reinvestition nicht durchbrochen wird. Vor diesem Hintergrund forderte Kennedy die europäischen Telekomfirmen zu einer verbesserten Kooperation auf. Schließlich trage gerade das wachsende Angebot von digital verfügbarer Musik auch zu anhaltenden Zuwächsen bei den Service Providern bei.






