Recorded & Publishing

JetGroove gerät in die Kritik

Die Nachricht vom Dance-Downloadportal JetGroove sorgte binnen weniger Stunden für Wirbel. Die vorgeblichen Briten scheinen aus Russland zu stammen, und Vertreter vom VUT sowie den Firmen Kontor, Kitty-Yo und Compost weisen darauf hin, keine Tracks für das Angebot lizenziert zu haben.

Die Nachricht vom Dance-Downloadportal JetGroove sorgte binnen weniger Stunden für Wirbel. Vertreter von Institutionen zeigen sich vom Launch der Plattform und dem dort teils vorhandenen Repertoire überrascht. Obwohl sich mehr als 550 Tracks von Compost-Acts auf der JetGroove-Site finden, erklärt Compost-Chef Michael Reinboth, keine Titel an JetGroove lizenziert zu haben. Gleiches gilt für Raik Hölzel von Kitty-Yo und Michael Pohl von Kontor. Beide weisen zudem darauf hin, dass die Macher hinter der vorgeblich britischen Firma über russische E-Mail-Adressen zu erreichen sind.

„Hier wird augenscheinlich mit Produkten aller relevanten Labels der elektronischen Szene geworben und suggeriert, mit diesen Labels würde bereits gearbeitet“, ergänzt Hölzel. Versuche, bei Jetgroove einzukaufen, schlugen teils fehl: Man könne diesen Titel derzeit noch nicht erwerben, ihn aber im Einkaufskorb belassen, bis die Rechte geklärt seien, teilt ein Pop-up mit. Allerdings gilt das nicht in allen Fällen: So ist laut VUT-Justiziar Stephan Benn Repertoire der Firmen Neuton und !K7 tatsächlich zu erwerben, allerdings hätten auch diese Firmen keinen Content an JetGroove lizenziert.

„Das Ganze kommt aus Russland, wird zumindest von JetGroove selbst mittlerweile behauptet“, ergänzt Benn. „Die Londoner Adresse, die auf der Site angegeben wird, ist falsch, ebenso die Adresse die für die Registrierung der Domain angegeben wurde. Ich habe die Mitteilung erhalten, dass per Ping der Serverstandort in Kananda lokalisiert wurde.“ In Deutschland soll das Thema inzwischen bei den Piraterieverfolgern des Bundesverbands um Clemens Rasch liegen, und auch in Großbritannien beschäftigt sich der Indie-Verband AIM mit dem Thema. Steve Beckett von den britischen Dance-Pionieren Warp ergänzt: „Wir versuchen, die Seite schließen zu lassen, was wohl auch die meisten anderen Labels machen werden.“

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