Die niederländische Musikbranche will künftig wie ihre Kollegen in Deutschland, Großbritannien oder Österreich die Nutzer von P2P-Systemen verklagen. Eine entsprechende Ankündigung wird heute erwartet. Die Anti-Piraterie-Organisation Brein, zu der u.a. der niederländische Musikbranchenverband NVPI und die Vereinigung der Plattenhändler NVGD zählt, hat eine Pressekonferenz anberaumt, bei der neben Brein-Direktor Tim Kuik auch IFPI-Chef John Kennedy sprechen soll. Unklar ist noch, gegen wie viele P2P-Sünder Brein vorgehen will. Bereits Mitte März begann die Organisation in Zusammenarbeit mit fünf großen holländischen Internet Service Providern Nutzer zu verwarnen, die urheberrechtlich geschützte Inhalte im Netz getauscht haben.
Die ISPs Tiscali, Planet Internet, HetNet, Wanadoo und @Home hatten vor einem Monat eingewilligt, in dieser Angelegenheit zu kooperieren, wollten aber zunächst keine persönlichen Daten ihrer Nutzer preisgeben. Der oberste Gerichtshof der Niederlande hatte im Dezember 2003 entschieden, dass Tauschbörsen nicht pauschal für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer verantwortlich gemacht werden können, schloss jedoch nicht aus, dass gegen einzelne P2P-Nutzer rechtliche Schritte eingeleitet werden können.





