“Mit neuen Firmenstrukturen in einem neuen Umfeld sind wir für die Zukunft gerüstet. Mein Dank geht an das Umzugsteam: Bereits am Umzugstag wurde die Arbeit wieder aufgenommen – eine perfekte Organisation“, kommentiert Haentjes. Die Bauzeit betrug 20 Monate, Grundsteinlegung war im April vergangenen Jahres. Das Architekturbüro Antonio Citterio and Partners hat den Neubau den Wünschen edels entsprechend „weniger als Verwaltungsgebäude denn als Campus“ verwirklicht. Interessierte junge Leute sollen mit den edel-Mitarbeitern und Besuchern kommunizieren.
Das Raumprogramm sieht neben den Büroflächen auch ein Restaurant, eine Bar und ein Auditorium als Einrichtungen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, vor (siehe unten). Trotz der jüngsten Personalkürzungen (musikwoche.de, Ausgabe 47) stehen im neuen Gebäude keine Büros ler, da die damals geplante Mitarbeiterzahl den jetztigen Verhältnissen annähernd entspricht, wie Maren Wolff, Manager Corporate Communications bei edel, erläutert.
Im Rahmen der Umzugswelle deutscher Plattenfirmen, die sich derzeit Richtung Berlin bewegt, will Haentjes mit dem Neubau „einen wichtigen Beitrag dafür leisten, dass Hamburg ein Zentrum für Musik in Deutschland bleibt“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Haentjes. Das neue Firmengebäude sei von langer Hand exklusiv auf edel zugeschnitten worden, die Suche nach einem ähnlichen Objekt in Berlin wäre laut Haentjes sehr schwer.
Das edel-Gebäude im Überblick EG: Lobby, Mensa, Bar, Auditorium und Restaurant 1. OG: Facility Management, Lounges 2. OG: edel classics, Sales Department/Sales Marketing, edel contraire, IS&T Germany/Worldwide, Accounting Department 3. OG: Human Resources, Artist Marketing, A&R, Dance, Rock und Pop Department, Product Coordination, International Department, Promotion, Grapic Design, New Media, Controlling, Concept Marketing, edel media & entertainment 4. OG: edel music AG Vorstand, Finance Department, Business Affairs, edel royaly network, edelNET
Baubeschreibung Projekt Neumühlen III 22763 Hamburg
Die Straße Neumühlen liegt am nördlichen Elbufer. Die dort angesiedelten Umschlags-, Verarbeitungs- und Lagerbereiche des Hafens waren Anfang der achtziger Jahre als Folge des international zu verzeichnenden Strukturwandels der Seehäfen aufgegeben worden. Im Jahr 1987 wurde durch das Landesplanungsamt ein städtebaulicher Wettbewerb mit dem Ziel ausgeschrieben, in diesem Gebiet Büro- und Wohnflächen zu schaffen und es so zu revitalisieren.
Da dieser Bereich im Deichvorland außerhalb des öffentlichen Hochwasserschutzes liegt, war die Schaffung eines privaten Hochwasserschutzes zentrales Thema der Entwürfe. Der letztendlich aus diesem Wettbewerb hervorgegangene städtebauliche Rahmenplan sieht daher ein die Straße begleitendes, leicht abgesenktes Garagengebäude (Polder) vor, welches eine hochwassersichere Ebene schafft, auf der fünf verschiedene, voneinander unabhängige Gebäudeblöcke positioniert werden.
Die Volumetrie der Projekte und damit auch der U-förmige Grundriss werden durch diesen Rahmenplan vorgegeben. Das Gebäude ist Hauptsitz der edel music AG, einer im Musikgeschäft tätigen Gesellschaft die das Projekt weniger als herkömmliches Verwaltungsgebäude, denn als Campus sieht, auf dem interessierte junge Leute mit den Beschäftigten der edel-Company und mit Besuchern kommunizieren können.
Die Forderung der Stadtplanung, dass die oberen Geschosse nach Süden auskragen, führt zu einer horizontalen Zweiteilung des Gebäudes, die sich mit dem Wunsch des Bauherrn nach öffentlichen und internen Nutzungsbereichen deckt.
Das Raumprogramm sieht außer den in den Geschossen zwei, drei und vier untergebrachten Büroflächen für firmeninterne Nutzung ein Restaurant, eine Kaffeebar, eine Mensa für die Mitarbeiter, einen Showroom und ein kleines Auditorium vor, die sich im Erd- und ersten Obergeschoss befinden und auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die unterschiedlichen Anforderungen, die diese Nutzungen an die Fassade stellen, führen zu zwei hierauf eingehende Systemen.
Die Bürogeschosse haben eine nahezu komplett öffenbare Holz-/ Glasfassade, die es erlaubt, diese Bereiche natürlich zu belüften und die Fassade von Innen zu reinigen. Die konstruktiv bedingte Plastizität einer Holzfassade wird betont und genutzt, um ein außenliegendes Sonnenschutzsystem zu intgrieren. Im vierten Obergeschoss wird das Plastische der Fassade durch die Ausbildung einer Loggia gesteigert, die die außergewöhnliche Qualität der Situation am Fluss erlebbar macht.
Die öffentlichen Bereiche im unteren Gebäudeteil erhalten eine sehr transparente Stahl-/Glasfassade. Diese Fassade ist umlaufend zweigeschossig ausgebildet, das heißt, die Decke des ersten Obergeschosses schließt nicht direkt an die Fassade an, um die räumliche Großzügigkeit dieser Bereiche zu betonen.
Die Innenräume werden durch eingestellte Volumen zoniert. Es sind dies zwei Treppenhauskerne, die komplett mit hellem Sandstein verkleidet alle Geschosse durchlaufen und über dem Dach zur Aufnahme notwendiger Technik dienen.
Dieses System wird durch Holzvolumen ergänzt, die auf die verschiedenen Nutzungsbereiche eingehen und sich auf einzelne Geschosse beschränken. Dies wird durch die im Gegensatz zum schweren Stein leichte Materialität des Holzes und die Ablösung von der Geschossdecke betont. Die wichtigsten dieser Volumen sind der Service- und Küchenblock des Restaurants, ein Bereich mit den entsprechenden Funktionen für Bar und Mensa sowie das Auditorium an dem dieses Konzept aufgrund des kiemenartigen Wandaufbaus besonders deutlich wird.






