Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht derzeit im Zusammenhang mit dem Wirbel um den Buchhandlungspreis unter Druck. Das Treffen mit ausgewählten Vertreter:innen aus der deutschen Recorded-Music-Branche am Vormittag des 12. März könnte da für eine kurze Atempause gesorgt haben. Schließlich hörte MusikWoche von einer durchaus harmonischen Stimmung und konstruktiven Beiträgen, die unterm Strich unter anderem die große Bedeutung der deutschen Musikwirtschaft auch im internationalen Zusammenhang betonten.
Offiziell ging es beim Label-Gipfel vor allem ums Musikstreaming – und dem Thema widmet sich Wolfram Weimer auch in seinem Statement: „Wir brauchen eine faire Vergütung und mehr Transparenz und im Musikstreaming“, lässt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Anschluss an die Gespräche wissen: „Professionelle Musikerinnen und Musiker müssen mit Streaming nennenswerte Einnahmen erzielen und diese nachvollziehen können.“ Soweit die Ausgangslage, die so schon nach dem Streaminggipfel mit Musikschaffenden Mitte Dezember abgesteckt gewesen sein dürfte, bei dem Weimer unter anderem eine „Gerechtigkeitslücke“ ausgemacht hatte.
Zur Recorded-Seite ergänzt Weimer nun: „In meinem Austausch mit den Labels ist deutlich geworden, dass auch sie sich dieser Problematik bewusst sind. Wir waren uns darin einig, dass Branchenlösungen hier der beste Ansatz sind.“
Vor diesem Hintergrund und angesichts einer für den 16. März anberaumten Runde mit Vertreter:innen von Streamingdiensten im Kanzleramt will Weimer nun offenbar als Vermittler auftreten: „Deshalb habe ich die Labels dazu eingeladen, in den kommenden Monaten an einem Runden Tisch im Kanzleramt teilzunehmen, bei dem Musikerinnen und Musiker gleichberechtigt mit Labels und Streamingdiensten am Tisch sitzen. Mein Ziel ist es, dass die Beteiligten gemeinsam zukunftsfähige Lösungen entwickeln, für mehr Fairness im System zu sorgen und um dadurch die Situation der Künstlerinnen und Künstler zu verbessern.“
An dem Gespräch vom 12. März nahmen auf Verbandsseite Vertreter:innen vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und dem VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmer:innen teil sowie von Audiolith, BMG, CitySlang, Mansions and Millions, Sony Music, Staatsakt, der Universal Music Group und der Warner Music Group.






