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Downloads ruinieren südkoreanischen Handel

In Südkorea sind traditionelle Tonträgerhändler vom Aussterben bedroht. Die Digitalisierung des Entertainment-Konsums hat die Zahl der Fachgeschäfte innerhalb von fünf Jahren um 95 Prozent sinken lassen.

In Südkorea sind traditionelle Tonträgerhändler vom Aussterben bedroht. Die Digitalisierung des Entertainment-Konsums hat die Zahl der Fachgeschäfte innerhalb von fünf Jahren um 95 Prozent sinken lassen. Von einst 8000 Läden haben heute nur noch 400 geöffnet. Als Ursache sieht die Branche vor allem den kostenlosen Zugang zu Musik im Internet. Illegale P2P-Dienste und Download-Sites wie Soribada, Donkeyhote oder Pruna haben den Plattenläden die Kundschaft geraubt. Von den 48 Mio. Einwohnern Südkoreas bedienen sich inzwischen allein sechs Mio. bei Soribada.net.

Nicht zuletzt die flächendeckende Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsanschlüssen trug zum Erfolg der Filesharing-Systeme bei. Über 23 Prozent der Haushalte verfügen über Breitband – rund doppelt so viele wie in Deutschland. Seit dem Start dieser Angebote, deren Rechtmäßigkeit noch immer in langjährigen Prozessen geklärt werden muss, sanken die Absatzzahlen von lokalem Repertoire um nahezu 50 Prozent. In der Folge sackten bei Mihwadang Records in der Hauptstadt Seoul, der zu den zehn umsatzstärksten Shops des Landes zählt, die Umsätze innerhalb von nur zwei Jahren um zwei Drittel ab. Inhaber Jang Kyung-hee ist ratlos und setzt konsequent auf den Boom im Mobile Entertainment. Er macht mit dem Verkauf von Handys und Zubehör mehr Umsatz als mit CDs, erzählte Jang der Nachrichtenagentur Reuters.

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