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Dirk Metzger, Geschäftsführer Rockstiftung Baden-Württemberg: „Das pop:forum ist kein Rummelplatz“

In seinem dritten Jahr zeigt das Südwest-Meeting für die Musikbranche deutlich mehr Profil zwischen lokaler Verankerung und überregionaler Ausstrahlung. musikwoche.de sprach mit Organisator Dirk Metzger über die inhaltliche Ausrichtung und die Veränderungen seit dem Debüt der Veranstaltung im Jahr 2000.

musikwoche.de: Wie hat sich die Konzeption des pop:forums in den vergangenen Jahren verändert?

Dirk Metzger: Das pop:forum geht dieses Jahr in die dritte Runde. 2000 fand in Stuttgart im wesentlichen ein „Meet & Greet“ der Branche und ein Showcase der Bandpool-Acts statt. 2001 kam ein Kongressprogramm dazu, neu in diesem Jahr sind nichtöffentlichte Panels für Branchenexperten. Auf mittlere Sicht wollen wir das Davos der Musikwirtschaft werden. Ich halte nichts von „Posing“ mit Panels. Viele dieser Veranstaltungen dienen nur der Selbstdarstellung. Mit den Arbeitsgruppen wollen wir Tischgespräche sozusagen institutionalisieren – um Inhalte zu schaffen und den Nutzwert für die Panelteilnehmer zu steigern. Das pop:forum ist kein Rummelplatz.

mw: Wie gelingt es Ihnen Jahr für Jahr, die Spitzenvertreter der Branche für einen Besuch des pop:forums zu gewinnen?

Metzger: Das liegt an drei Dingen. Erstens hat sich das Standing der Veranstaltung verbessert, zweitens ist der Termin bewusst gewählt zwischen dem Echo und der Popkomm. Drittens liegt der Charme der Veranstaltung eben in ihrer Unaufregtheit. Man hat Zeit und läuft nicht nur mit dem Handy am Ohr herum, um am Ende 250 Visitenkarten gesammelt zu haben.

mw: Hat die Beliebtheit des pop:forums damit zu tun, dass ein guter Teil der Branche schon mal bei Intercord gearbeitet hat und sich freut, dienstlich wieder in die alte Heimat zu reisen?

Metzger: Mit Intercord vielleicht nicht, aber es gibt unheimlich viele, die im Norden arbeiten und die Gelegenheit nutzen, wieder einmal den Süden zu besuchen.

mw: Wie positioniert sich die Veranstaltung ihrer Meinung nach im Vergleich zur popkomm? Will sie konkurrieren?

Metzger: Das pop:forum ist eine inhaltliche, zeitliche und regionale Ergänzung. Der Messeaspekt ist uns nicht wichtig. Wir wollen ein Kreativmotor sein und kein PR-Event.

mw: Steht eine Erweiterung auf zwei Tage zur Debatte?

Metzger: Das wird sich an der Nachfrage orientieren und hängt auch stark von den Örtlichkeiten ab. Wir werden nie in eine Messehalle gehen. Dieses Jahr findet das pop:forum beispielsweise in einer klassischen Live-Location statt. Eine Weiterentwicklung soll nicht in quantitativer, sondern vor allem in qualitativer Hinsicht erfolgen.

mw: Warum entsteht ein Branchentreff wie das pop:forum in Baden-Württemberg und nicht in anderen Bundesländern?

Metzger: Das liegt an zwei Faktoren. Zum einen hat das Land Baden-Württemberg mit der Rockstiftung die veranstaltende Einrichtung auf den Weg gebracht. In diesem Bundesland gibt es zwar keine Majors, dafür aber viele kleine Firmen und mit Künstlern wie den Fantastischen Vier, Reamonn, Xavier Naidoo und Die Happy auch extrem erfolgreiche Acts. Das steigert die Credibility. Zudem arbeiten wir hervorragend mit dem SWR und mit einem sehr aufgeschlossenen Staatsministerium zusammen. Mit Dr. Christoph E. Palmer haben wir einen Staatsminister, der viel Engagement für das Thema zeigt.

mw: Worin liegt das Erfolgsgeheimnis der Rockstiftung – auch hinsichtlich des Nachwuchs-Förderprojekts Bandpool und den zahlreichen, gut besuchten Seminarreihen?

Metzger: Wir haben die Probleme gesucht und professionell beantwortet. Die Branche hat ein Know-how-Problem, deswegen veranstalten wir Seminare. Zudem besteht eine Kluft zwischen der lokalen Musikszene und dem Profilager. Der Bandpool ist eine Art Zwischenebene, die den Plattenfirmen systematisch zuarbeitet. Aber das Wichtigste sind ein engagiertes, qualifiziertes und motiviertes Mitarbeiterteam.

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