Die Bemühungen von Pop und Politik um mehr Sendeplätze für heimische Produktionen im deutschen Rundfunk laufen bislang ins Leere: Laut dem Jahresbericht des Bundesverbands Phono hat sich der Anteil deutschsprachiger Titel im Radioprogramm im vergangenen Jahr fast halbiert.
Die Entwicklung im Radiomarkt bleibt eines der zentralen Themen für den Verband, da sich die Entwicklung in den Charts, in denen mehr und mehr deutsche Titel auftauchen, nahezu vollständig abgekoppelt habe vom Szenario, das die deutschen Rundfunksender bieten. „Überragend ist der Erfolg deutscher Künstler. Ihr Anteil an den Album-Charts stieg auf die Rekordmarke von 30,3 Prozent und lag auch bei den Singles mit 51,5 Prozent wiederum bei mehr als der Hälfte“, heißt es im Jahresbericht, der dann deutlich wird: „Umso enttäuschender ist es, dass im Radio noch immer viel zu wenige Neuheiten, darunter auch Musik deutscher Künstler, gespielt werden.“
Eine neue Programmanalyse der hundert reichweitenstärksten Sender, die von der Agentur Nielsen Music Control erhoben wurde, ergibt für die öffentlich-rechtlichen Sender einen Anteil von nur 4,9 Prozent an deutschsprachigen Neuheiten im Musikprogramm 2004. Der Anteil deutschsprachiger Titel insgesamt hat sich dabei sogar fast halbiert.
„Noch immer diskriminieren Radioprogramme deutsche Musikkultur“, erklärt Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände. Unter den 25 meistverkauften Alben 2004 waren zehn Alben deutscher Künstler in den musikwoche top 100 Longplay – aber nur zwei deutsche Künstler finden sich unter den 25 meistgespielten Titeln im deutschen Rundfunk, was aus der offiziellen Jahresendliste der Airplay-Charts für 2004 ersichtlich wird.
„Es wird Zeit, dass die Rundfunksender, vor allem die öffentlich-rechtlichen, ihrem Programmauftrag wieder nachkommen und Neuheiten, darunter auch deutschsprachige, in angemessenem Umfang ins Programm nehmen. Die neue Erhebung zeigt, dass diese Musik 2004 noch immer deutlich benachteiligt wurde“, stellt Gebhardt fest.





