Britische Musikfans können demnächst nahezu überall im öffentlichen Leben Musik als Download kaufen. Ein Firmenkonsortium um den Digitalkiosk-Hersteller Inspired Broadcast Networks (IBN) will ab Dezember Songfiles in Pubs, Bahnhöfen, Banken, Tankstellen und natürlich im Tonträgerhandel verkaufen. IBN wird sein neuartiges Kioskkonzept am 7. November offiziell vorstellen, im Dezember sollen die ersten Download-Kiosks in den Londoner Underground-Stations King’s Cross und Waterloo in Betrieb gehen. IBN betreibt in ganz Großbritannien rund 12.000 so genannte Entertainment Terminals, von denen viele als vernetzte, digitale Jukeboxes fungieren. In den nächsten zwei Jahren sollen 7800 davon zu Download-Kiosks umgerüstet werden.
„Alles, was Sie brauchen werden, ist ein Mobiltelefon oder ein MP3-Player und ein bisschen Kleingeld“, so IBN-CEO Norman Crowley. „Dann suchen Sie sich die Songs Ihrer Wahl aus und danach werden diese entweder drahtlos übertragen oder Sie docken Ihr Gerät direkt am Kiosk an.“ Unklar sind bislang die Details: Dateiformat, DRM, Repertoireumfang, -lieferanten und vor allem das Preismodell werden erst noch bekannt gegeben. Doch bereits im Vorfeld heißt es, IBN wolle rund ein Pfund (1,43 Euro) pro Song nehmen und mit einem Katalog von zwei Mio. Titeln starten. Für die Umrüstung der bestehenden Kiosks will IBN zusammen mit seinen Partnern in den nächsten zwei Jahren 50 Mio. Pfund (71,3 Mio. Euro) investieren.
Zum Konsortium zählen Firmen wie die British Telecom, die ebenfalls Download-Kiosks angekündigt hat, die Woolworth Group, die kürzlich einen Download-Shop im Internet gestartet hat und schon länger mit Instore-Systemen liebäugelt, der Elektro-Großhandel Entertainment UK, Reiseveranstalter Lastminute.com, die Experten für Getränkeautomaten von Coca-Cola HBC, Welcome Break, einem Betreiber von britischen Autobahnraststätten, und EMI Music. Die Verhandlungen über die digitalen Vertriebsrechte laufen derzeit noch mit allen relevanten Anbietern.





